Dow Jones schließt mit starken Gewinnen

8. September 2008, 22:49
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Marktteilnehmer sehen die Hoffnung auf eine Entspannung und Belebung an den Kreditmärkten genährt

Die New Yorker Aktienbörse hat am Montag mit festeren Kursen geschlossen. Der Dow Jones Industrial Index stieg 289,78 Punkte oder 2,58 Prozent auf 11.510,74 Einheiten. Der S&P-500 Index gewann 25,48 Punkte (plus 2,05 Prozent) auf 1.267,79 Zähler. Der Nasdaq Composite Index erhöhte sich um 13,88 Einheiten oder 0,62 Prozent auf 2.269,76 Zähler.

An den US-Börsen hat die angekündigte Übernahme der angeschlagenen Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac durch die US-Regierung den Leitindex Dow Jones Industrial am Montag deutlich ins Plus getrieben. Washington will mit der Intervention eine bedrohliche Krise des US-Finanzmarktes vermeiden. Marktteilnehmer sehen hierdurch die Hoffnung auf eine Entspannung und Belebung an den Kreditmärkten genährt. Immerhin werde so sichergestellt, dass billionenschwere hypothekengesicherte Anleihen nicht platzen, hieß es. Auch die Börsen in Asien und Europa hatten positiv reagiert.

Finanzwerte

Wie auch schon in Asien und Europa waren insbesondere Finanzwerte besonders stark gefragt. So gehörten unter anderem Bank of America mit plus 7,76 Prozent auf 34,73 Dollar und Citigroup mit plus 6,55 Prozent auf 20,32 Dollar zu den Gewinnern.

Die Aktien von Goldman Sachs sprangen mit dem Branchentrend deutlich an und gewannen 3,98 Prozent auf 169,73 US-Dollar. Merrill Lynch hatte die Papiere der Investmentbank von "Underperform" auf "Buy" angehoben und ein Kursziel von 187 Dollar genannt - ein Potenzial von rund 15 Prozent im Vergleich zum Schlusskurs vom Freitag.

Eine Ausnahme waren hingegen die Aktien der vor der Übernahme durch die US-Regierung stehenden Hypothekenbanken. Die im vorbörslichen Handel ausgesetzten Aktien von Fannie Mae und Freddie Mac brachen nahezu vollständig ein. Die Anteilsscheine von Fannie Mae fielen um 89,63 Prozent auf 0,73 Dollar, Freddie Mac stürzten um 82,75 Prozent auf 0,88 Dollar ab. Die Analysten der Credit Suisse brachten ihre Skepsis mit einer Kurszielsenkung für die Aktien auf jeweils 1 Dollar zum Ausdruck.

Altria Group

Abseits des Finanzsektors fand insbesondere eine Milliardenübernahme Beachtung: Der US-amerikanische Zigarettenhersteller Altria Group übernimmt den Schnupf- und Kautabak-Hersteller UST für 11,7 Milliarden Dollar. Die Übernahme soll innerhalb von zwölf Monaten nach Abschluss der Transaktion positiv zum Gewinn je Aktie beitragen. Für das Gesamtjahr bekräftigte Altria das Gewinnziel aus dem operativen Geschäft zwischen 1,63 und 1,67 Dollar je Aktie. Experten gingen bislang von 1,67 Dollar aus. An Kostenersparnissen peilt Altria ab 2011 jährlich 250 Millionen Dollar an. Altria-Aktien schlossen 0,10 Prozent höher auf 20,97 Dollar zu, UST gewannen 2,00 Prozent auf 68,90 Dollar zu.

Aktien des Mutterkonzerns der zweitgrößten US-Fluggesellschaft United Airlines (UAL) gingen nach einem turbulenten Handel mit einem Minus von 11,22 Prozent auf 10,92 Dollar aus dem Handel. Nach Gerüchten über eine mögliche Insolvenz wurden die Aktien vorübergehend vom Handel ausgesetzt. Die Aktie war zuvor um rund die Hälfte eingebrochen. Auslöser war ein sechs Jahre alter und im Internet jetzt fälschlicherweise nochmals veröffentlichter Bericht zur Insolvenz von United Airlines. Nach einem Dementi der ohnehin schwer gebeutelten zweitgrößten US-Airline erholte sich die Aktie etwas. Der ursprüngliche Bericht der "Chicago Tribune" stammte aus dem Jahr 2002 im Zusammenhang mit einer damaligen Insolvenzerklärung der Gesellschaft, teilte United Airlines mit. Die alte Geschichte sei nun auf der Website der Zeitung "Florida Sun Sentinel" mit neuem Datum wieder aufgetaucht. (APA)

 

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