Hühnerkäfige verschwinden

8. September 2008, 20:09
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Die Wirtschaft wirbt gegen Import von Billigeiern - Es ist eine Informationsoffensive geplant

Wien - Mit 1. Jänner 2009 wird die Käfighaltung von Legehennen in Österreich verboten. In fast allen anderen EU-Ländern tritt dieses Verbot erst 2012 in Kraft. Dadurch besteht die Gefahr, dass Gastronomie und eierverarbeitende Unternehmen die billigeren Käfigeier aus dem Ausland nach Österreich importieren, fürchtet die zentrale Arbeitsgemeinschaft der österreichischen Geflügelwirtschaft (ZAG). Insgesamt werden in Österreich durch das Ende der Käfighaltung bis zu eine Million der derzeit 5,3 Millionen Legehennenplätze verschwinden.

Um steigenden Importen billiger Käfigeier entgegenzuwirken, startet AMA Marketing in Kooperation mit der Eierbranche, den zuständigen Ministerien und der Landwirtschaftskammer eine Informationsoffensive speziell für die Gastronomiebetriebe und die Verarbeitungsindustrie. Dabei werden 18.000 "Österreich ist frei"-Geschenkboxen mit entsprechenden Infos an Gastronomiebetriebe, Bäckereien, Verarbeitungsbetriebe und Opinionleader in ganz Österreich verteilt, teilt die AMA am Montag mit. Außerdem sollte auch bei Endprodukten Qualität und Herkunft der Eier angegeben werden, wünscht sich die Geflügelwirtschaft.

In Österreich gibt es aktuell 1766 Legehennenhalter, so Michael Wurzer von der ZAG. Davon haben rund 220 Unternehmen noch Käfigbetrieb. Diese werden bis Jahresende entweder noch umstellen oder schließen. Insgesamt hat die Eierbranche in den vergangenen eineinhalb bis zwei Jahren mehr als 100 Million Euro in die Umstellung investiert, was rund 50 Euro pro Legeplatz entspricht.

Ein Österreicher konsumiert pro Jahr durchschnittlich 236 Eier. Dabei werden rund 34 Prozent der Eier über den Lebensmittelhandel, 40 Prozent über Gastronomie, Großhandel und Direktvermarktung abgesetzt, und 22 Prozent werden in Form von "Schalenei" und "Flüssigei" verarbeitet. 2004 wurden im Lebensmittelhandel noch 47 Prozent der Eier aus Käfighaltung gekauft, 2007 waren es nur mehr 19 Prozent. (APA, red/DER STANDARD, Printausgabe, 9. September 2008)

 

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