Mikrofonprobe

8. September 2008, 19:40
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Ist es ein Zeichen für einen neuen schwarz-orangen Gleichklang? - Bei "Im Zentrum" hatten die Klubobleute verschiedene Mikrofone

Ist es ein Zeichen für einen neuen schwarz-orangen Gleichklang? Oder geben Rot, Grün und Blau den Ton an? Oder will der ORF einfach nur die Vielfältigkeit seines technischen Equipments demonstrieren? Egal. Bei der TV-Sendung "Im Zentrum" am Sonntagabend fiel jedenfalls auf, dass die diskutierenden Klubobleute mit unterschiedlichen Mikrofonen ausgestattet waren.

Wolfgang Schüssel und Peter Westenthaler haben für neumodernen Schnickschnack offenbar wenig übrig. Sie sprachen durchs gute, alte Kragenmikro, dessen Sender üblicherweise irgendwo in den Tiefen des Sakkos, manchmal aber auch hinten am Hosenbund versteckt ist. Traditionell irgendwie, auf Nummer sicher gehend.

Die anderen folgten dem Beispiel von Moderatorin Ingrid Thurnher und vertrauten auf ein Mikro, das unter dem Ohr angewachsen zu sein scheint und dessen dünner Bügel an der Wange entlang bis zum Mundwinkel führt. Wirkt irgendwie lässig und dynamisch zugleich, zumindest bei Musical-Aufführungen im Raimundtheater. Uwe Kröger könnte Josef Cap vielleicht noch einige Tipps geben, wie zum Beispiel: "Nicht herumzupfen." Denn dann kann es geschehen, dass das verrutschte Dingsbums wie ein im Ohr vergessenes Wattestäbchen daherkommt.

Von Martin Graf wiederum war ab und zu auch der Nacken zu sehen. Was erfreulicherweise zeigte, wie denn diese Mikros eigentlich befestigt sind, aber auch aufklärte, warum der Politiker zumindest einmal ein verzwicktes Gesicht machte. Gut möglich, dass es dabei gerade um die Mehrwertsteuersenkung ging.

Eva Glawischnig gelang es zwar ganz gut, so zu tun, als ob das Mikro im Gesicht sie nicht störe. Doch dem Callcenter-Charme des halben Headsets kann niemand wirklich entkommen. (simo/DER STANDARD; Printausgabe, 9.9.2008)

  • Die Diskutanten bei "Im Zentrum".
    foto: orf/jantzen

    Die Diskutanten bei "Im Zentrum".

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