0,0 Promille für Schulbus-Chauffeure

8. September 2008, 19:30
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Das Kuratorium für Verkehrssicherheit fordert auch Psychotests für Lenker - Beanstandungen bei Schulbuskontrollen sind keine Seltenheit

Wien - Nachdem die Wiener Polizei kürzlich einem 47-jährigen Schulbuslenker den Führerschein abgenommen hat, weil er während der Fahrt Bier konsumiert hatte, fordert nun das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) 0,0 Promille für alle Schulbuslenker. Derzeit gelten 0,5 Promille für Fahrer von Kleinbussen und 0,1 Promille für Chauffeure von Omnibussen. Die Alkoholverbotforderung betrifft auch Pkw-Lenker, die gewerbsmäßig Schülertransporte durchführen.

KfV-Direktor Otmar Thann will außerdem eine Nachjustierung bei verkehrspsychologischen Schulungen. Diese seien derzeit nur bei Lenkern von Omnibussen (Klasse D) vorgeschrieben. Thann will alle gewerbsmäßig fahrenden Schulbus-Chauffeure, egal ob im Kleinbus oder Pkw, dazu verpflichten. "Es sollte in allen Fällen von vornherein geprüft werden, ob jemand vom psychologischen Standpunkt aus geeignet ist. Es geht immer um den sicheren Transport von Kindern. Und nur weil bei der einen Variante weniger Kinder auf einmal befördert werden, heißt das nicht, dass ihr Schutz und ihre Gesundheit eine andere Priorität haben", so Thann.

Beanstandungen bei Schulbuskontrollen sind keine Seltenheit. Gegen Ende des vergangenen Semesters überprüfte die Polizei im Bezirk Gmünd fünf Schulbusse. Resultat: Kein einziges Fahrzeug entsprach den gesetzlichen Vorschriften. Insgesamt wurden 19 Mängel festgestellt. So besaß ein Lenker beispielsweise gar keine vorgeschriebene Schulbuslenkerberechtigung, die Fahrzeuge waren teilweise nicht als Schulbus gekennzeichnet gewesen, ein 78-jähriger Lenker stellte sich als Schwarzarbeiter heraus. Alle Fälle wurden bei der Bezirkshauptmannschaft angezeigt.

Für jedes Kind ein Sitzplatz

Seit Beginn des heurigen Schuljahres muss es übrigens in Schulbussen für jedes Kind einen ganzen Sitzplatz geben. In Linienbussen bleibe hingegen vorerst die alte Regelung, zwei Sitze für drei Kinder, bestehen, kritisiert der ÖAMTC. Der Autofahrerclub tritt außerdem dafür ein, dass es in Schulbussen spezielle Kindersitze mit Gurten geben sollte. (APA, simo/DER STANDARD, Printausgabe, 9. September 2008)

  • Auf dem Schulweg gibt es immer wieder heikle Situationen. Eine mögliche Gefahrenquelle sind auch alkoholisierte Schulbusfahrer.
    rubra

    Auf dem Schulweg gibt es immer wieder heikle Situationen. Eine mögliche Gefahrenquelle sind auch alkoholisierte Schulbusfahrer.

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