Frankreich: Blockiert zwischen rechts und links

8. September 2008, 18:54
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"Krieg der Rosen" um die Parteileitung offen ausgebrochen

Die SPD-Krise hat ihr Pendant jenseits des Rheins: Bei Frankreichs Sozialisten ist der "Krieg der Rosen" um die Parteileitung offen ausgebrochen. Im November bestimmt der Parti Socialiste (PS) den Nachfolger von François Hollande. Und da der Parteichef normalerweise auch für das Amt des Staatspräsidenten kandidiert, drängeln sich ein halbes Dutzend selbst ernannter Kandidaten um den Posten.

Angesichts all der Fäuste, die wie im Parteiemblem die rote Rose führen wollen, rief Hollande jüngst bei einer Parteitagung in La Rochelle aus: "Wir können nicht Frankreich regieren, wenn wir uns selbst nicht zu regieren vermögen."

Der tiefere Grund für die desolate Lage liegt aber nicht nur in Personalquerelen. Die einst stärkste Partei des Landes sieht sich wie die SPD zunehmend zwischen rechts und linksaußen eingezwängt. Die deutsche "Linke" zum Vorbild nehmend, will der Trotzkist Olivier Besancenot eine "neue antikapitalistische Partei" gründen. (Stefan Brändle aus Paris/DER STANDARD, Printausgabe, 9.9.2008)

 

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