Kein "Weichei": Wrabetz im STANDARD-Interview

8. September 2008, 19:01
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Gebühren für vier Spartenkanäle stehen auf Wrabetz' Wunschliste, zudem mehr von den Gebühren und mehr Werbung

STANDARD: Walter Meischberger hat Sie "Weichei" genannt, weil Sie sein Projekt einer kommerziellen ORF-Onlineplattform ("Dorf") nach unserem Bericht gestoppt haben.

Wrabetz: Er hat von einer "Weichei-Aktion" gesprochen, vor dem Zeitungsverband in die Knie zu gehen. Was das natürlich nicht ist. Faktum ist, dass sich bisher keine privaten österreichischen Unternehmen erfolgreich mit dem Phänomen Web 2.0 beschäftigen. Das zu tun ist legitim, und darüber rede ich mit vielen Leuten. Wenn jemand eine Idee dazu hat, schaut man sich das an, prüft das. Wir haben ein sehr enges rechtliches Korsett. Ich habe von Anfang an gesagt, das wird in dieser Form nicht umsetzbar sein. Das Konzept drang nach außen, als intern schon klar war, dass das nicht geht.

STANDARD: Offenbar nicht allen klar.

Wrabetz: Vielleicht nicht allen.

STANDARD: Der Onlinedirektor hat sich jedenfalls gleich die Webadresse gesichert. Wenn von Anfang an klar war, dass das ohnehin nicht geht, warum haben Sie als vielbeschäftigter Manager des größten Medienunternehmens gleich drei Termine darauf verwendet?

Wrabetz: Weil es selbstverständlich zu den Aufgaben des ORF-Generaldirektors gehört, in interessanten Gesprächen jederzeit für neue Ideen und Wissenswertes offen zu sein. Und Gespräche dienen auch dazu, nicht mit Scheuklappen durch den Stress des Tages zu laufen..

STANDARD: Der Zentralbetriebsratschef des ORFhat gefordert, Sie mögen den Onlinedirektor einsparen, der Sprecher des Redakteursrats hat das nach Bekanntwerden des „Dorf"-Projekts nahegelegt. Sie selbst haben schon vor einem Jahr erklärt, Sie wollten ein Drittel der Direktoren einsparen.

Wrabetz: Wir hatten in den ersten eineinhalb Jahren meiner Geschäftsführung den Umstieg auf digitales Fernsehen zu bewältigen. Wir haben eine seit Jahren überfällige Programmreform gemacht; die auch nicht gleich geglückt ist und nachjustiert werden musste, jetzt läuft es. Wir mussten den Gebührenbeschluss herbeiführen - bevor das ganze Land im Wahlkampf steht. Und wir mussten das EU-Verfahren und die Prüfung des Rechnungshofs abwarten.

Jetzt haben wir eine Basis für den größten Strategieprozess seit Anfang der 1990-er Jahre. Weiß man dann, wo dieses Unternehmen in zehn Jahren stehen soll, entwickelt man dafür eine maßgeschneiderte Struktur, aus der man operative Maßnahmen ableitet. Das Pferd von der Zahl der Direktoren aufzuzäumen, halte ich nicht für sinnvoll. 0,2 Prozent unserer Kosten entstehen in der Onlinedirektion.

STANDARD: Dennoch fragen sich Mitarbeiter anderer Abteilungen, warum man dafür einen eigenen Direktor und zwei Hauptabteilungsleiter braucht. ORF On betreut ja eine Tochter.

Wrabetz: Über Besetzungs- und Personalfragen äußere ich mich nicht. Wir brauchen eine kleine Unit, die über zukünftigen Entwicklungen nachdenkt, nachdenken lässt, Vorschläge macht. Wie man die nennt, ist nicht entscheidend.

STANDARD: Sie meinen also, die Onlinedirektion wäre ein Thinktank?

Wrabetz: So ist sie konzipiert. Sie hat sich ja auch mit einem eigenen Handy-TV-Kanal beschäftigt.

STANDARD: Der hätte 12 Millionen Euro gekostet und wurde gestoppt.

Wrabetz: Das war jedenfalls kommerziell nicht refinanzierbar, wie es das Gesetz fordert und deshalb haben wir die Überlegungen nach eingehender Prüfung eingestellt. Der ORF wird immer zwei, drei Leute haben, die anstehende Fragen von A bis Z durchdenken und gegebenenfalls Alternativen und Konzepte ausarbeiten. Das wird sich der ORF auch jenseits aller Strukturfragen leisten müssen und auch in Zukunft haben.

---> Video on demand, Klausur des Stiftungsrates, Privatisierung von ORF 1


STANDARD: Lieblingsprojekt der Onlinedirektion ist gerade Video auf Abruf. Rein technisch ist das eine Zeitbombe: Je größer der Erfolg, desto größer die Serverkosten. Die BBC hat ihr Onlinebudget gerade um 50 Millionen Euro überzogen. Wie leben Sie mit dieser Zeitbombe?

Wrabetz: Wir waren deshalb auch zurückhaltender, durchaus zum Schmerz mancher Redaktionen. Natürlich kommt da ein Kostenproblem, wenn das sehr erfolgreich ist.Ich kann mir keine 50 Millionen Überzug leisten. Bei uns kostet das Gesamtprojekt Video on Demand 400.000 Euro. Dafür muss man aushalten, dass man von manchen ganz Gescheiten vorgehalten bekommt, warum man nicht offensiver ist. Wir wollen öffentlich-rechtliche Spezialprogramme und eigenproduzierte Unterhaltung anbieten. Das funktioniert umso besser, je mehr aktueller Bezug.

STANDARD: "Bundesland heute" hat die meisten Zugriffe.


Wrabetz: Unter den Reihensendungen. Die Erstvernehmung von Radovan Karadzic on demand etwa fand besonders viel Interesse.

STANDARD: Wie läuft eigentlich Fußball on demand?

Wrabetz: Bei der EURO eher wenig. Wir messen immer das Verhältnis von Onlinenutzung zu Fernsehnutzung. "Das Wunder von Wien" haben im Internet 30 Prozent der Zuschauer der Erstausstrahlung im Fernsehen gesehen. Bei „Bundesland heute" sind es immerhin rund zwei bis drei Prozent. Dann geht es runter. Die Streams von den Olympischen Spielen untertags liefen besser als die Spiele der EURO.

STANDARD: Samstag tagt der Stiftungsrat, will von Ihnen Auskunft über Ihre Strategie. Sie sprechen lieber vom Beginn eines Strategieprozesses. Aber Sie werden hoffentlich schon Vorstellungen haben, in welche Richtung es gehen soll.

Wrabetz: Thema der Klausur ist: Grundlagen der Strategieentwicklung. Da wollen wir Punkte diskutieren wie den öffentlich-rechtlichen Auftrag:Was umfasst der? Wie definieren wir ihn über das Gesetz hinaus? Daraus leitet sich das Weitere ab. Für mich entscheidend ist dann unsere Position im Fernsehen:Können und sollen wir zwei Fernsehprogramme halten - wir sagen:ja - und wodurch sind Sie zu ergänzen?

STANDARD: In den vergangenen Wochen kursiert wieder einmal eine Privatisierung von ORF 1 - oder auch eine Beteiligung, etwa von Raiffeisen.

Wrabetz: Das ist kein strategisch sinnvoller Ansatz. Hauptproblem von ARD und ZDF ist, dass sie nur einen Sender haben. Wir sehen, es ist schon mit zwei Sendern schwierig, die Bevölkerung in ihrer Vielfalt abzudecken. Mit einem ist das nicht möglich. Wie kann man dann eine österreichische Stimme in der elektronischen Welt sicherstellen? In einem kleiner Markt in einem größeren gemeinsamen Sprachraum kann sich das marktwirtschaftlich nicht entwickeln.

STANDARD: Eine Beteiligung an ORF 1 wie Raiffeisen an der Sendertochter ORS?

Wrabetz: Wie stelle ich dann die Abstimmung zweier Programme sicher bei unterschiedlichen Eigentümerstrukturen? Vielleicht ist es alle paar Jahre Zeit, wenn die Wahlen vorbei sind, das durchzudeklinieren. Was kann ein Privater wirklich einbringen? Für Spenden sind wir eh offen, dafür brauche ich keine neue Eigentümerstruktur. Knowhow, internationale Verbindungen in Rechtefragen - sind in Österreich schwer zu finden. Und ob es politischer Weisheit letzter Schluss ist, an einen internationalen Fernsehkonzern zu verkaufen?

--->  Spartenkanäle, billigere Werbung, mehr Werbeminuten und die ORF-Gebühren


STANDARD: Sie wollen ORF 1 und ORF 2 um Spartenkanäle "ergänzen". Ihre Wunschliste neben ORF Sport Plus und einem Info- und Kulturkanal statt TW1?

Wrabetz: Eine Konstellation um das Kinderprogramm, eventuell in Kombination mit kika. Internationale Kultur ist 3sat.

STANDARD: Was läuft dann eigentlich noch im Hauptprogramm? Serien, Spielfilme, massentauglicher Sport?

Wrabetz: Die Spartenkanäle sollen das Hauptprogramm ja nicht ersetzen, sondern geschickt ergänzen. Man wirft uns vor, dass wir hochwertige Produktionen spät am Abend zeigen. Die könnten wir am nächsten Tag im Spartenkanal im Hauptabend bringen. Ein sehr gutes Service ohne Mehrkosten.

STANDARD: Sie könnten ja die hochwertige Produktion auch in einem ihrer zwei angeblich öffentlich-rechtlichen Hauptprogramme spielen.

Wrabetz: Das tun wir ja auch, aber generell programmieren wir im Hauptabend eher keine Nischenprogramme, sonst hätten wir eben einen Tagesmarktanteil von vielleicht auch unter 15 Prozent.

STANDARD: Das wäre Ihnen zuwenig.

Wrabetz: Dann hätte man abgesehen von Werbeeinnahmenverlusten auch nicht mehr die Möglichkeit, in ein breit aufgestelltes Massenprogramm genau diese öffentlich-rechtlichen Formate einzufügen, die wir zum Teil mit sehr großem Erfolg anbieten. Das war und ist das Konzept. Nur Spezialitäten für bestimmte Zielgruppen anzubieten, birgt die Gefahr, dass uns die Leute in der digitalen Überflussgesellschaft nicht mehr finden. Mit unseren beiden Programmen habe ich eine Leuchtturmfunktion, dazu brauche ich eine breite Programmierung.

STANDARD: Ich habe Sie bei der Aufzählung Ihres Strategieprozesses unterbrochen. Nach Auftrag und Angebot im Fernsehen...

Wrabetz: ...kommt noch das Angebot in Radio und Online, neue Geschäftsfelder. Ist das geklärt, geht es um die Finanzierungsstrategie. Dabei spielt auch die Werbestrategie eine entscheidende Rolle.

STANDARD: Preise runter, empfehlen die Mediaagenturen, sonst übersiedeln sie noch mehr Budgets zu den Werbefenstern.

Wrabetz: Die Formel wäre zu einfach. Dass es auch Signale an der Preisseite geben wird, ist klar. Aber das ist nicht das einzige.

STANDARD: Preise runter, mehr Minuten - wie Sie sich schon länger wünschen mit 50 statt 42 Minuten pro TV-Kanal.

Wrabetz: Das möchte ich einmal mit dem Stiftungsrat diskutieren. Wir können genau darstellen, was würde das auf mittlere Sicht bringen. Dann muss man entscheiden, wo man Schwerpunkte gegenüber der Politik setzt. Wenn man Ziele definiert hat, Sparmaßnahmen und Einnahmenentwicklung, geht es um die Rahmenbedingungen der Politik.

STANDARD: Ihre Wunschliste an die Politik? Segen für drei, vier Spartenkanäle, finanziert mit Gebühren. Weniger an Bund und Länder von den Gebühren, mehr an den ORF. Mehr Werbezeit im Fernsehen.

Wrabetz: Es hat keinen Sinn, Forderungen und Wünsche in vielen Bereichen zu formulieren, und am Schluss kommt nichts dabei heraus. Man muss sich auf einzelne Punkte konzentrieren und abwägen: Was ist am ehesten durchsetzbar. Da sind die Werbeminuten von der finanziellen Bedeutung nicht einmal der größte Punkt.

STANDARD: Sondern mehr Anteil an den Gebühren.

Wrabetz: Refundierung der Gebührenbefreiungen durch den Bund.

STANDARD: Wollen Sie eigentlich auch in den Spartenkanälen werben?

Wrabetz: Das müsste man in einer Detailstrategie festlegen. Meiner Meinung nach eher nicht.

STANDARD: Auch nicht auf ORF Sport Plus oder dem Kinderkanal?

Wrabetz: Da muss man mit der EU und den anderen Marktteilnehmern und nach einem Public Value Test ein Gesamtpaket finden. Den Info- und Kulturkanal würde ich analog zu Ö1 werbefrei sehen.

---> Einsparungsmaßnahmen, Rechnungshof-Bericht, Personalmanagement


STANDARD: Sie haben vom ORF in zehn Jahren gesprochen. War nicht noch vor kurzem die Rede von einem Strukturkonzept 2015?

Wrabetz: 2015 kann man konkreter werden. Von der Zielbestimmung sollte man sich zehn Jahre vornehmen.

STANDARD: Fünfjahresplan klingt so nach sozialistischer Planwirtschaft.

Wrabetz: Einen Fünfjahresplan verlangt aber der Rechnungshof von uns.

STANDARD: Dessen Bericht ist schon eingelangt?

Wrabetz: Nein, aber wir rechnen in den nächsten Tagen damit.

STANDARD: Er wird vor allem Personalkosten kritisieren, die Vielzahl unterschiedlicher Dienstverhältnisse.

Wrabetz: Unseren Kollektivvertrag aus 2003 sieht der Rechnungshof positiv. Aber die Hälfte unserer Beschäftigten ist noch nach früheren, oft bereits Jahrzehnte alten Verträgen angestellt, die als „Einzelverträge" gelten. Und wer verzichtet schon freiwillig. Nach tiefgreifenden Änderungen in den Vorjahren haben wir dem Betriebsrat jetzt neuerlich ein Paket vorgelegt, wo wir trotz dieser Rechtssituation billiger werden können., Also z.B. bei Zulagen, durch die Flexibilisierung von Arbeitszeiten, Vermeidung von Überstunden, etc.

STANDARD: Den Rechnungshof hat auch interessiert, was Sie bisher von den Vorschlägen der Beratungsfirma McKinsey umgesetzt haben -und was nicht. Sie hat 27 Millionen Sparpotenzial identifiziert.

Wrabetz: 22 Millionen wurden letztlich als Ziel festgelegt. Die sind bisher nur zu 71 Prozent umgesetzt. Da muss man forciert weiter umsetzten, das ist Teil unseres 50-Millionen-Sparpakets.

STANDARD: Das heißt, der Job des zentralen Chefredakteurs läuft doch aus?

Wrabetz: Es gibt ein Bündel von Maßnahmen. Die einzelnen Vorhaben kommentiere ich selbstverständlich zuerst einmal intern.

STANDARD: Der Rechnungshof soll auch wenig Freude mit den Zielvorgaben an die Direktoren haben:Qualitative Ziele halten die Prüfer offenbar für wenig sinnvoll, gleiche Ziele für alle Direktoren ebensowenig.

Wrabetz: Heuer haben wir auf qualitative Ziele schon verzichtet. Und die Überlegung gemeinsamer Ziele war: Alle tragen zum Gesamterfolg bei.

STANDARD:: Sie haben der APA angekündigt, dass der ORFein „völlig neues Personalmanagement" bekommt. Hat dieses Vorhaben möglicherweise auch damit zu tun, dass einer Ihrer Personalmanager dem anderen gerade per Brief Betrug mit Spesenabrechnungen vorwirft?

Wrabetz: Das Personalmanagement hat sich historisch entwickelt und in verschiedenste Bereiche aufgespaltet.Es ist ein guter Zeitpunkt, es gibt da einiges an Pensionierungen. Das nützen wir und stellen den Bereich insgesamt neu auf.

STANDARD: In der Spesencausa ist die Kaufmännische Direktorin mit einer internen Prüfung der Vorwürfe befasst. Gibt es schon ein Ergebnis?

Wrabetz: Nein.

STANDARD: Wann rechnen Sie damit?

Wrabetz: In den nächsten Tagen.

STANDARD: Wie sehen Sie den Fall?

Wrabetz: Sage ich, wenn ich alle Fakten am Tisch habe.

---> Der ORF in einigen Jahren, das Verhältnis zu den Parteien, das neue Programm



STANDARD: Zurück Strategie und Struktur. Sie haben viel von Prozessen und Fragen gesprochen. Aber als Chef des größten Medienunternehmens haben Sie doch sicher eine Vision davon, wie der ORF in fünf oder zehn Jahren aussehen soll, welche Funktion er erfüllt und wieviele Leute er beschäftigt.

Wrabetz: Ja, das sind Fragen, die dann zu beantworten sind.

STANDARD: Sie haben derzeit also keine Visionen für das Unternehmen?

Wrabetz: Natürlich. Sie kennen meine Bewerbung. In der digitalen Unübersichtlichkeitsgesellschaft ist die Leuchtturmfunktion des ORFauch in zehn Jahren zentral. Im Sinne der österreichischen Identität, aber letztlich auch im Sinne einer Teilhabe der Leute an den sozialen und demokratischen Prozessen, wie Gesetz und EU vorsehen. Dafür braucht man eine bestimmte Wasserverdrängung.

Man muss in allen Hauptmedien, in denen man tätig ist, Marktführer sein. Und man muss in diesen Bereichen auch Kostenführerschaft haben. Daran arbeite ich seit Jahren und werde auch die nächsten Jahre viel zu tun haben... Über diese grundsätzlichen Zugänge muss zudem auch im Aufsichtsgremium Konsens herrschen und dieser ist derzeit nicht wirklich einheitlich hergestellt.

STANDARD: A propos Konsens. Die ÖVP pflegt mit Ihnen das exakte Gegenteil. Nun soll aber auch Ihr Verhältnis zum neuen SPÖ-Chef Werner Faymann nicht so innig sein.

Wrabetz: Als ORF-Generaldirektor brauche ich eine Gesprächsbasis zu allen Parteien, und die habe ich auch immer dann gehabt, wenn es wirklichen Gesprächsbedarf gab.. Meine darüber hinausgehenden Freundschaften habe und schätze ich, kommentiere sie aber nicht öffentlich.

STANDARD: Ist es eigentlich vernünftig, zwei Wochen vor der Nationalratswahl mit dem politisch besetzten Stiftungsrat Unternehmensstrategien zu diskutieren?

Wrabetz: Ich hoffe, dass die Stiftungsräte das als wichtige interne Debatte sehen und nicht als Stoff für das Wahlkampffinale. Als Wahlversanstaltung eignet sich der ORF absolut nicht..

STANDARD: Sie stellen Dienstag ihr neues Programm vor. In ihrem Interview mit der APA musste man den Eindruck gewinnen, dass da nicht viel Neues kommt.

Wrabetz: Morgen präsentieren wir das neue Programm - lassen Sie sich überraschen. Aber vorweg: Es gibt ein neues Kinderprogramm, womit wir hier auch die erste grundlegende Neuaufstellung seit Anfang der 1990-er Jahre vollziehen.

Was mir nächstes Jahr sehr am Herzen liegt: Wir arbeiten erstmals im ORF den Zweiten Weltkrieg in einer zumindest fünfteiligen Dokumentation von Andreas Novak auf: Soldaten, Täter, Opfer. Wo waren Österreicher im Zweiten Weltkrieg? Und wir arbeiten die Erdgeschichte Österreichs - auch wenn da nicht wieder jemand einen Herzinfarkt bekommt - multimedial in Fernsehen, Radio, Online, mit eigenen Dokumentationen der Landesstudios auf. Und wir sind nahe an einer Innovation im Bereich Wintersport.

STANDARD: Lassen Sie mich raten: Wo „Das Match", ein Promitrainingscamp im Fußball mit Länderspiel, so ordentlich funktioniert hat, könnte man das doch auch im Skifahren probieren?

Wrabetz: Da gibt es jedenfalls Überlegungen im Bereich der Unterhaltungsshow. Zudem starten wir eine rein österreichische Krimiserie, "Schnell ermittelt".

STANDARD: Weil keinen Partner gefunden?

Wrabetz: "Schnell ermittelt" ist sehr österreichisch angelegt. Wenn das später Gefallen findet, ist es möglich, dass wir das international für Koproduktion oder auch Verkäufe nutzen. (Harald Fidler, Langfassung, DER STANDARD; Printausgabe, 9.9.2008)

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    Alexander Wrabetz.

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