Deutschland: 10.000 alkoholgeschädigte Babys pro Jahr

8. September 2008, 17:38
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Studie: 58 Prozent aller Schwangeren trinken gelegentlich - Trend zum "Kampftrinken" bereitet Gesundheitsbehörden Sorge

Berlin - In Deutschland kommen jährlich rund 10.000 Babys mit Alkoholschäden zur Welt. Etwa 4.000 davon haben das Vollbild des Fetalen Alkoholsyndroms (FAS) und sind ihr Leben lang körperlich und geistig schwerbehindert, warnte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing, am Montag. In einer Studie der Berliner Charite gaben 58 Prozent der befragten Schwangeren an, gelegentlich Alkohol zu trinken.

"Es gibt keinen sicheren Grenzwert für ungefährlichen Alkoholkonsum während der Schwangerschaft", betonte Bätzing zum Internationalen Tag des alkoholgeschädigten Kindes an diesem Dienstag (9. September). Das Bewusstsein für die mögliche Beeinflussung des Kindes, die sich auch nach einem gelegentlichen "Gläschen in Ehren" der Mutter schon in leichten körperlichen und psychischen Schädigungen oder Verhaltensauffälligkeiten äußern könne, müsse bei Ärzten, Hebammen und Schwangeren weiter geschärft werden.

"Frauen aus der Mittelschicht erliegen diesem Irrtum besonders häufig", so Bätzing. Sie empfiehlt deshalb freiwillige Fragebogen für die Schwangeren, um das Thema ins Bewusstsein zu rücken.

Darüber hinaus bereitet der Trend zum "Kampftrinken" mancher Jugendlicher in Deutschland auch bei den Schwangerschaften junger Frauen Sorge. Exzessiver Alkoholkonsum berge nicht nur Gesundheitsgefahren für Jugendliche, sondern auch erhebliche Risiken für ungeborene Kinder, warnte die Berliner Beratungsstelle für alkoholgeschädigte Kinder.

In Österreich ist laut einer Schätzung des Anthropologischen Instituts der Universität Wien aus dem Jahr 2004 etwa ein Prozent der Kinder von FAS betroffen. (APA/dpa)

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