Scientology in Paris angeklagt

8. September 2008, 15:55
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Der Vorwurf lautet auf "Betrug und kriminelle Bandenbildung" - Das Verfahren läuft gegen sieben Mitglieder der Organisation

Paris - Die Scientology-Organisation muss sich in Frankreich wegen "Betrugs und krimineller Bandenbildung" gerichtlich verantworten. Wie am Montag aus Justizkreisen bekannt wurde, ist am Pariser Landgericht auf Anordnung des Untersuchungsrichters Jean-Christophe Hullin ein Verfahren gegen sieben Mitglieder der Organisation eröffnet worden. Unter ihnen befindet sich auch Alain Rosenberg, Direktor von Scientology in Frankreich.

Im Rahmen desselben Verfahrens sind die sieben Mitglieder der Organisation auch der "illegalen Ausübung des Apothekerberufs" angeklagt. "Das ist ein großer Sieg", sagte der Anwalt der zivilrechtlichen Nebenkläger, Olivier Morice, und fügte hinzu: "Der Richter hatte den Mut, das fügsame Verhalten der Staatsanwaltschaft gegenüber Scientology wegzufegen."

Scientology als Sekte eingestuft

Die vom Gericht behandelten Ereignisse reichen zehn Jahre zurück, als eine Frau wegen Betrugs gegen Scientology Anzeige erstattete. Sie war auf offener Straße von Anhängern der Organisation überzeugt worden, einen kostenlosen Persönlichkeitstest durchzuführen und gab letztendlich für einen Kurs sowie den Ankauf von Büchern, Medikamenten und eines "Elektrometers" 200.000 Francs (30.490 Euro) aus. Nach und nach schlossen sich der Klage weitere Bürger sowie die Vertretung der französischen Apotheker an.

Scientology ist in Frankreich seit 1995 als "Sekte" eingestuft. Die 1954 vom Science-Fiction-Autor L. Ron Hubbard gegründete Scientology-Bewegung hat weltweit rund acht Millionen Anhänger. Während die Pariser Sektion die Zahl der Mitglieder in Frankreich mit 10.000 angibt, wird sie von staatlichen Stellen nur auf rund 2.500 geschätzt. (APA)

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