Polemik wegen Zuschauerschwund

8. September 2008, 12:59
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Präsident Baratta wirft dem Lido wenig Gastfreundlichkeit vor - Zuschauerrückgang zwischen acht und neun Prozent im Vergleich zu 2007

Rom - Wegen des Zuschauerschwunds beim Filmfestival von Venedig ist eine scharfe Polemik ausgebrochen. Der Präsident der Venediger Biennale, Paolo Baratta sprach von einem Zuschauerrückgang zwischen acht und neun Prozent im Vergleich zur Ausgabe 2007 des Festivals. Der Zuschauerschwund sei auf die wirtschaftliche Krise, auf den schwachen Dollar, aber auch auf die "mangelhafte Gastfreundlichkeit" des Lido zurückzuführen, sagte Baratta nach Angaben italienischer Medien vom Montag.

Baratta erklärte, er wolle in den nächsten Jahren auf eine engere Zusammenarbeit mit den Hoteliers und Kaufleuten am Lido setzen, um die Infrastruktur zu verbessern. "2011 werden wir einen neuen Kinopalast für das Festival haben, wir müssen aber alles rund herum verbessern. Ich denke an einen Campingplatz für jüngere Zuschauer", sagte Baratta. Das Interesse der Sponsoren für das Festival sei gewachsen. "Es gibt Signale, dass neues Kapital zufließen wird".

Hotelübernahmen sollen für neuen Schwung sorgen

Die Gemeinde Venedig hat kürzlich einen Plan verabschiedet, um den Lido, den südlichen Teil der Lagune, zu modernisieren. Die Gemeinde genehmigte das Projekt der italienischen Immobiliengesellschaft "EstCapital", das die Modernisierung mehrerer Luxushotels plant. Traditionsreiche, aber veralterte Hotels wie das Excelsior und Des Bains wurden von der amerikanischen Gruppe "Starwood Hotels" übernommen und sollen zu neuem Leben erwachen.

Der Lido, eine zwölf Kilometer lange Insel, nimmt den südlichen Teil der Lagune mit den zwei südlichen Teilen der von Chioggia bis Jesolo reichenden Nehrung ein. Der Lido di Venezia entwickelte sich im 19. Jahrhundert zum mondänen Seebad mit luxuriösen Hotels und einem Spielcasino. Als Schauplatz von "Tod in Venedig" fand er Eingang in die Literatur. Von dem vergangenen Prunk ist nicht mehr viel zu sehen. Die Hotels sind meist nur während des Filmfestivals voll ausgebucht, das jährlich Anfang September stattfindet. (APA)

 

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