Geplante Müllverbrennungsanlage in NÖ: Standortgemeinden dagegen

8. September 2008, 11:39
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Einwohner von Pitten und Seebenstein bekundeten bei Volksbefragungen "Nein" zu Projekt - Laut Unternehmen hat das Votum keinen rechtlichen Einfluss auf UVP-Verfahren

Neunkirchen - Gegen eine geplante Papierfabrik der W. Hamburger Recycling GmbH haben sich am Sonntag die Standortgemeinden im Bezirk Neunkirchen ausgesprochen. Sowohl die Einwohner von Pitten als auch von Seebenstein bekundeten bei Volksbefragungen mehrheitlich deren "Nein" zu dem Projekt. Das Unternehmen nahm das Votum zur Kenntnis, verwies jedoch darauf, dass dieses "kein Bestandteil des gesetzlich genau geregelten UVP-Verfahrens" sei und "damit auch keinen rechtlichen Einfluss" habe.

80,3 Prozent der Einwohner hatten sich in Pitten gegen die geplante Müllverbrennungsanlage ausgesprochen, 50,9 Prozent der 2.356 Wahlberechtigten in der Kommune machten von ihrem Stimmrecht Gebrauch, so Bürgermeister Günter Moraw (SPÖ) am Montag zur APA. In Seebenstein kam von 67,7 Prozent der Bevölkerung ein "Nein" zu dem Projekt, von 1.531 Wahlberechtigten schritten 53 Prozent zur Urne, erläuterte Ortschef Walter Endl (SPÖ). Die Einwohner der beiden Gemeinden befürchten durch die geplante Müllverbrennungsanlage eine hohe Umweltbelastung und zusätzlichen Lkw-Verkehr.

"Ergebnis war zu erwarten"

Bei Hamburger zeigte man sich "wenig überrascht" über die Ausgang der beiden Volksbefragungen. "Das Ergebnis war zu erwarten", so Werksleiter Werner Ofenböck. "Für das laufende UVP-Verfahren bringt das Ergebnis der Volksbefragung keine Veränderung, dieses nimmt wie geplant seinen Lauf. Auch im Zeitplan ist keine Änderung zu erwarten. Die mündliche Verhandlung wird Anfang nächsten Jahres stattfinden. Danach werden die Behörden bzw. Experten, unter Abwägung aller Auswirkungen der geplanten Anlage auf Mensch und Umwelt, ihre Entscheidung treffen".

"Wir wissen aus den Rückmeldungen vieler Fachleute, dass wir ein sehr gutes, technologisch hochwertiges Projekt eingereicht haben", meinte Ofenböck. Er betonte, dass die "Sorgen und Befürchtungen der Bevölkerung, die in der Volksbefragung zum Ausdruck gekommen sind, natürlich ernst" genommen werden. (APA)

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