"Einzige Frauenpartei": Glawischnig auf Platz Zwei der Bundesliste

8. September 2008, 18:01
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Positiv-Diskriminierung: Korun gewinnt Rennen um Platz Drei - "Radikaler Neubeginn nur mit Grünen möglich"

Graz - Grünen-Vizechefin Eva Glawischnig ist beim Grünen Bundeskongress am Sonntag im Graz mit 83,6 Prozent der Delegierten-Stimmen auf Platz Zwei der Bundesliste gewählt worden. Das entspricht 204 der 244 der abgegebenen gültigen Stimmen. Das Rennen um Platz Drei konnte die gebürtige Türkin und Wiener Gemeinderätin Alev Korun für sich entscheiden.

Ihr unterlag die aus Kamerun stammende Frauenrechtlerin Beatrice Achaleke in einer Kampfabstimmung nach einer ersten Wahlrunde mit weiteren Kandidatinnen. So hatten sich auch Doris Eisenriegler, die 3. Landtagspräsidentin in Oberösterreich, Christiane Brunner, Listenerste im Burgenland und Bernadette Feuerstein, Gründerin verschiedener Behinderten- NGOs vergeblich für Platz Drei beworben.

Nach dem Prinzip der Positiv-Diskriminierung ist dieser nach Glawischnig auf Platz Zwei ebenfalls für eine Frau reserviert. Korun verwies in ihrer Rede vor der Abstimmung darauf, dass sie bereits ihr halbes Leben in Österreich verbracht habe.

In Sachen Integration dürfe es keine Kompromisse beim Schutz vor Verfolgung, Menschenrechten und Recht auf Familie geben, forderte sie. Ihre Wahl wurde mit heftigem Applaus der Delegierten quittiert. Glawischnig betonte in ihrer Ansprache vor ihrer Wahl, wie schon ihr Vorredner Van der Bellen, dass ein "radikaler Neubeginn" in Österreich nur mit den Grünen möglich sei. Sie plädierte im Zusammenhang mit der Forderung der Grünen nach einer Energiewende "Raus aus Öl und Gas" für die "Energieunabhängigkeit" Österreichs.

Auch sei man hierzulande die "einzige Frauenpartei", meinte die stellvertretende Parteivorsitzende. Zur Kandidatur des Liberalen Forums gaben sich sowohl Glawischnig als auch Van der Bellen bei ihren jeweiligen Hearings gelassen. Die Partei verfolge kein "liberales" sondern ein "neoliberales Programm", meinte Glawischnig. Fragen der Globalisierung seien am LIF "vollkommen vorbeigegangen".

Van der Bellen verwies darauf, dass man etwa im Fall Omofuma viel mehr politischen Druck als das LIF ausgeübt habe, die Liberalen seien viel passiver gewesen, was schließlich auch zu ihrem Scheitern beigetragen habe, so Van der Bellen sinngemäß. (APA)

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