"Rollenklischees erfolgreich reanimiert": "Saure Gurke" an ARD-Programmdirektor

8. September 2008, 11:55
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Negativauszeichnung der Medienfrauen für Frauenfeindlichkeit im öffentlich-rechtlichen TV geht an Struve - Trostpreis für Nebel

Wien - ARD-Programmdirektor Günter Struve ist am Sonntag zum Abschluss des 31. Herbsttreffens der Medienfrauen von ARD, ZDF und ORF mit der "Sauren Gurke" ausgezeichnet worden. Die Verleihung dieses Wanderpreises rückt alljährlich Frauenfeindlichkeit im öffentlich-rechtlichen TV für einen Moment ins Scheinwerferlicht, hieß es in einer Aussendung. Den Trostpreis erhielt Carmen Nebel.

Klischees zur besten Sendezeit

In der Jury-Begründung hieß es: "Seinem steten Bemühen verdanken wir die Einführung frauenaffiner Formate im öffentlichen-rechtlichen Fernsehen. Vom Aussterben bedrohte Rollenklischees wurden erfolgreich reanimiert. Sie finden sich inzwischen an immer mehr Abenden zur besten Sendezeit (...) Herrlich - wie in traumhafter Landschaft schöne Menschen trotz aller Intrigen und Schicksalsschläge ihren Platz finden: die hingebungsvolle Ärztin und ihr intrigantes Gegenstück, die fürsorgliche Therapeutin, die lebenskluge Großmutter, die patente Pensionswirtin, die mutige Postbotin, die erfolgreiche Managerin, die blonde, tief dekolletierte Sekretärin."

Einfühlsame Nebel

Zum Trostpreis für Carmen Nebel hielt die Jury fest: "Es gibt nur eine 'Saure Gurke', aber Carmen Nebel hat sich mit ihrer Show am 16. Februar 2008 um 20.15 Uhr in ORF 2 und ZDF einen Trostpreis verdient. Ihr einfühlsamer Umgang mit Pamela Anderson und einem Ehepaar aus dem Publikum bleibt im Gedächtnis." (APA)

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    Foto: dpa/dpaweb/Maurizio Gambarini

    Die Medienfrauen haben den ARD-Programmdirektor für seine Reanimation veralteter Rollenklischees mit der diesjährigen "Sauren Gurke" bedacht.

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