Golfstaaten: Ausländische Haushaltshilfen ausgebeutet

8. September 2008, 13:01
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"Sponsor-System" führt dazu, dass HeimarbeiterInnen oft als Leibeigene behandelt werden - Eine Haushaltshilfe aus Sri Lanka wurde in Kuwait nun gar zu Tode geprügelt

Kuwait-Stadt - In einigen arabischen Golfstaaten gibt es Bestrebungen, das sogenannte "Sponsor-System" abzuschaffen, weil es oft dazu führt, dass ausländische Haushaltshilfen von ihren ArbeitgeberInnen wie Leibeigene behandelt werden. Dabei sind das Visum und die Arbeitserlaubnis der AusländerInnen an ihre Tätigkeit für den einheimischen "Sponsor" gebunden, der meist auch den Pass an sich nimmt.

Die daraus resultierende Abhängigkeit erhöht nach Auffassung von Menschenrechtsorganisationen das Risiko, dass die AusländerInnen ausgebeutet und misshandelt werden.

Aktueller Fall

Dass die Übergriffe keine Seltenheit sind, zeigt auch ein neuer Fall in Kuwait-Stadt, wo ein Mann eine Haushaltshilfe aus Sri Lanka zu Tode geprügelt haben soll, weil sie nicht in seinem Haus arbeiten wollte. Die kuwaitische Zeitung "Al-Qabas" berichtete am Montag, der Mann habe bei seiner Vernehmung am Wochenende gestanden, dass er die Frau zwei Tage lang in seinem Haus eingesperrt und geschlagen habe. Dem Staatsanwalt sagte er, es sei nicht seine Absicht gewesen, das Dienstmädchen zu töten. Die etwa 30 Jahre alte Frau starb laut Gerichtsmedizin am vergangenen Samstag. (APA/dpa/red)

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