Russen verstärkten Militärpräsenz in Poti

7. September 2008, 19:59
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Zwei Kontrollpunkte mit sechs weiteren Panzern verstärkt - Medwedew wirft USA vor, neue Waffen an Georgien zu liefern

Moskau/Tiflis - Nach der Ankunft eines US-Kriegsschiffs in der georgischen Hafenstadt Poti haben die russischen Streitkräfte ihre Militärpräsenz dort deutlich ausgeweitet. Die zwei russischen Kontrollpunkte in der Stadt seien mit weiteren Soldaten verstärkt worden, teilte die Regierung in Tiflis mit. Georgien fordert seit Wochen den Abzug der Russen.

Waffen statt Hilfslieferungen

Nun seien sechs weitere russische Panzer eingerollt, sagte ein Mitarbeiter einer Nichtregierungsorganisation in Poti am Sonntag der dpa in Moskau. Die "Mount Whitney", das Flaggschiff der US-Marine im Mittelmeer, war am Freitag in Poti vor Anker gegangenen, um nach offiziellen Angaben Hilfsgüter zu liefern.

Der russische Präsident Medwedew warf den USA vor, unter dem Deckmantel von Hilfslieferungen neue Waffen an Georgien zu liefern. Russland vermutet, dass sich der georgische Präsident Saakaschwili die von Moskau als unabhängig anerkannten Regionen Abchasien und Südossetien mit Gewalt zurückholen will. Das in die NATO strebende Georgien erhielt in den vergangenen Jahren in großem Umfang Militärhilfe aus dem Westen.

"Wir verstehen hier auch nicht, warum ein so riesiges Kriegsschiff nur 17 Tonnen Hilfsgüter an Bord haben sollte", sagte der Augenzeuge in Poti. Nach georgischen Angaben hat das Schiff 4.000 Decken, Saft und Trockenmilch sowie Hygieneartikel geladen.

Die "Mount Whitney" ist das dritte US-Kriegsschiff mit Hilfstransporten für Georgien. Um eine mögliche Konfrontation mit der russischen Armee zu vermeiden, hatten die US-Schiffe zuvor die weiter südlich gelegene georgische Hafenstadt Batumi angesteuert. (APA/dpa)

 

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