Wer wichtig ist, gilt nicht als "Promi"

7. September 2008, 18:57
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Grillten ganz ohne VIP-Appeal: Reed-Messe-Chef Jungreithmeier und Mondi-Kopf Kornfeld beim Business-Barbecue der Führungskräfte

Andreas Tischler seufzte. Denn der Fotograf ist mitverantwortlich dafür, dass die Abendgestaltung der 30 Menschen, die hierzulande unhinterfragt als "VIPs" präsentiert werden, durchgängig dokumentiert ist: Normalerweise absolviert die kleine Gruppe mit Hang zur Öffentlichkeit pro Abend zwei Termine.

Doch weil das Event-Sommerloch endet und PR-Agenturen den Donnerstag für den einzig "guten" Tag halten, hatte Tischler Stress: In der Volksoper und im "Motto" gab es Premierenfeiern, die Albertina lud zu Van Gogh, in der "Passage" kürte man das "Almdudler-Trachtenpärchen", Puls4 feierte in Schönbrunn - und im Volkstheater gab es die neue Calvin Klein-Uhr.

Also waren die VIP-Darsteller gut verteilt - und die Fotografen hatten ein Gruppenbild-Problem: "Wen man nicht kennt, den druckt keiner ab", weiß Tischler. Darum fuhr er nicht in die Hilton-Dependance an der Donaulände: Dort grillten Manager wie Reed-Messe-Chef Hannes Jungreithmeier, Hilton-Direktor Stephan Reiter oder Mondi-Kopf Gerhard Kornfeld. Doch weil Führungskräfte echte Berufe und echte Verantwortung haben, haben sie weder Zeit noch Lust, mit immergleichen Event-Promis zu posieren. Und werden es daher nie in die heimische VIP-Riege schaffen.  (Thomas Rottenberg, DER STANDARD; Printausgabe, 8.9.2008)

 

  • Reed-Messe-Chef Hannes Jungreithmeier (li.) und Mondi-Kopf Gerhard Kornfeld beim Business-Barbecue der Führungskräfte.
    foto: leisuregroup.at/ schaller

    Reed-Messe-Chef Hannes Jungreithmeier (li.) und Mondi-Kopf Gerhard Kornfeld beim Business-Barbecue der Führungskräfte.

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