Weinbauern wehren sich gegen Steuerpläne

7. September 2008, 18:43
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Weder eine Steuerpauschalierung noch der ermäßigte Mehrwertsteuersatz bei Ab-Hof-Weinverkäufen seien ein Steuergeschenk

Wien - "Sowohl die Steuerpauschalierung als auch der ermäßigte Mehrwertsteuersatz bei Ab-Hof-Weinverkäufen sind kein Steuergeschenk", erklärt Hermann Schultes, Präsident der Landwirtschaftskammer Niederösterreich. Die Bauern wehren sich deshalb vehement gegen jegliche Änderung ihrer Besteuerung.

Nach Berechnungen der Landwirtschaftskammer würde der Entfall des ermäßigten Steuersatzes die Weinbauern 32 Millionen Euro im Jahr kosten. Allein im Wein-reichen Bundesland Niederösterreich wären das mehr als 20 Millionen Euro. "Eine Streichung wäre ein Desaster", sagt Schultes. Es sei davon auszugehen, dass der Ab-Hof-Verkauf dann so nicht haltbar wäre. Die Verteuerung für den Abnehmer sei im Preis nicht unterzubringen.

"Leeres Gerede"

Auch das Versprechen von SP-Chef Werner Faymann, nach der Wahl einen Ausgleich für die Streichung vorzunehmen, lässt er nicht gelten. "Das ist leeres Gerede, wenn man weiß, wie lange wir für einen ermäßigten Steuersatz gekämpft haben."

Auch die Umsatzsteuerpauschalierung - diese wird bei der Mehr- heit der Bauern angewandt - sei kein Geschenk und keine Subventionierung. Schließlich sei der pauschalierte Landwirt, im Gegensatz zu anderen Unternehmern, nicht berechtigt, die Vorsteuer, die er auf Betriebsmittel und Maschinen zu bezahlen hat, vom Finanzamt zurückzuverlangen. (ruz, DER STANDARD, Printausgabe, 8.9.2008)

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