Verschärfte Konditionen für Geschäftsbanken

7. September 2008, 18:20
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Ab Februar müssen höhere Sicherheiten für Geldmarktgeschäfte bei der Zentralbank hinterlegt werden

Frankfurt - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat genug. Die Notenbanker wollen den europä-ischen Geschäftsbanken nicht mehr ohne weiteres riskante Wertpapiere abnehmen, um sie dafür mit Liquidität zu versorgen.

Banken können im Zuge der Refinanzierungsaktivität der Notenbank Wertpapiere wie Anleihen bei der EZB hinterlegen und bekommen dafür Geld zur Verfügung gestellt. Wegen der Finanzkrise parkten immer mehr Institute ihre Asset-backed Securities (ABS) bei der EZB. ABS sind verbriefte Hypothekarkredite, die wegen des Einbruches des US-Immobilienmarktes stark an Wert verloren haben oder derzeit überhaupt keinen Preis haben.

Kein Parkplatz

Doch EZB-Präsident Jean-Claude Trichet möchte seine Notenbank nicht zum Parkplatz für problematische Papiere machen. Denn die Bilanz der Notenbank ist seit August 2007 bereits um 300 Mrd. Euro angeschwollen. Ein Grund waren die zahlreichen Liquiditätsspritzen der Bank, um den Finanzplatz Europa zu stützen.

Bislang wurden die Papiere mit einem Abschlag von zwei Prozent in die Bilanz genommen. Ab Februar will die EZB die Papiere nur mit einem Abschlag von zwölf Prozent akzeptieren. Wenn die Papiere gar keinen Preis haben, kommen noch fünf Prozent Abschlag dazu. Das dürfte jene Geldhäuser treffen, die sich bislang stark mit hypothekengedeckten Sicherheiten finanziert haben. In Europa trifft das besonders für die spanischen Banken zu, die dank des Immobilienbooms der letzten Jahre massive Positionen an Hypothekarkrediten haben.

Die Banken verfügen über Papiere im Wert von 180 Mrd. Euro, die sie bei der EZB hinterlegen können, allein 100 Mrd. Euro stammen dabei aus dem Hypothekengeschäft, wie das amerikanische Wall Street Journal berichtet.

Die neuen Regeln der EZB würden die Liquidität der spanischen Banken um rund 15 Mrd. Euro reduzieren. Dieses Geld wird den spanischen Instituten schwer fehlen. Denn sie kämpfen nicht nur mit der allgemeinen Kreditklemme, sondern auch einem heimischen Konjunkturabschwung. (Reuters, sulu, DER STANDARD, 8.9.2008)

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    EZB-Chef Jean-Claude Trichet wird streng.

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