Ausschreitungen nach Tod eines Senegalesen

7. September 2008, 15:31
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Demonstranten errichteten Straßensperren und setzten Autos sowie Wohnungen in Brand

Almeria - Der Tod eines Senegalesen in Südspanien hat am Sonntag schwere Ausschreitungen im Badeort Roquetas del Mar ausgelöst. Dutzende von Afrikanern errichteten Straßenbarrikaden und setzten Autos und Wohnungen in Brand, nachdem ein 28 Jahre alter Senegalese erstochen worden war. Die Randalierer bewarfen anrückende Polizisten und Feuerwehrleute mit Steinen.

Nach Angaben der Behörden wurden bei den Ausschreitungen fünf Menschen verletzt, darunter ein Polizist und ein Feuerwehrmann. Vier Afrikaner wurden festgenommen. Wie aus Polizeikreisen verlautete, wurde der Senegalese in einer Armensiedlung am Rande der Stadt offenbar in einem Streit um unbeglichene Drogenschulden getötet. In der Siedlung leben vor allem Afrikaner und Roma. Der mutmaßliche Messerstecher wurde von der Polizei identifiziert, konnte zunächst aber nicht festgenommen werden.

Jagd auf Ausländer

In der nahe gelegenen Stadt El Ejido hatte es vor acht Jahren schwere ausländerfeindliche Übergriffe gegeben. Hunderte von Einheimischen hatten damals regelrecht Jagd auf Zuwanderer gemacht. Die Ausländerinitiative "Almeria Acoge" betonte, die jetzigen Ausschreitungen in Roquetas del Mar hätten mit Rassismus nichts zu tun gehabt. Sie seien ein Resultat der Lebensumstände in der Armensiedlung, sagte ein Sprecher. (APA/dpa)

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