Mutmaßlicher kolumbianischer Drogenboss in Madrid gefasst

7. September 2008, 15:22
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Verdächtig in mehreren Mordfällen - Soll Drahtzieher beim Schmuggel mehrerer Tonnen Kokain in die USA und nach Europa sein

Madrid - Die spanische Polizei hat einen der weltweit meistgesuchten mutmaßlichen Drogenbosse Kolumbiens gefasst. Edgar Vallejo Guarin wurde in einem Luxushotel im Zentrum Madrids festgenommen. Die USA hatten für die Ergreifung des 48-Jährigen eine Belohnung von fünf Millionen Dollar (3,51 Mio. Euro) ausgesetzt. Er soll Dutzende Tonnen Kokain in die USA und nach Europa geschmuggelt haben und auch für mehrere Morde verantwortlich sein.

Vallejo Guarin alias "Beto el Gitano" (Beto, der Zigeuner) hatte nach Presseberichten vom Sonntag sein Aussehen mit einer Gesichtsoperation völlig verändert. Er fühlte sich in Spanien anscheinend so sicher, dass er zu Ostern in den Nobelort Baqueira Beret in den Pyrenäen Skifahren gefahren war, wo Prominente wie einst auch König Juan Carlos ihren Urlaub verbringen.

Internationaler Haftbefehl

Der Kolumbianer verkehrte in Luxushotels und unterhielt in der Nähe von Barcelona eine Wohnung, wo ein Teil seiner Familie lebt. Nach ihm war schon seit Jahren mit internationalem Haftbefehl gesucht worden. Vallejo Guarin werden auch Geldwäsche und Bestechung zur Last gelegt. Er soll zeitweise in Venezuela untergetaucht sein und sich unter falschem Namen eine Aufenthaltsgenehmigung in Spanien erschlichen haben.

Dies wurde ihm letztlich auch zum Verhängnis. Die spanische Polizei hatte kürzlich aus Kanada, wo Vallejo Guarin vor mehreren Jahren vorübergehend festgenommen worden war, Fingerabdrücke des Gesuchten erhalten. Die Beamten stellten fest, dass diese Abdrücke mit denen in der Aufenthaltsgenehmigung übereinstimmten. So konnte die Polizei ihn trotz seines neuen Aussehens schnell identifizieren.

Die USA wollen nach Angaben spanischer Medien die Auslieferung des Kolumbianers beantragen. Der US-Botschafter in Madrid, Eduardo Aguirre, betonte: "Die Festnahme ist ein schwerer Schlag für den Drogenschmuggel und zugleich ein Beweis für die ausgezeichnete Zusammenarbeit zwischen Spanien und den USA in Sicherheitsfragen." (APA/dpa)

 

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