Manninger bleibt Nummer eins

7. September 2008, 14:19
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Kocian: "Machen jetzt sicher keine Rotation" - Juventus-Legionär: "Entscheidung liegt nicht bei mir"

Wien - Mit dem 3:1-Erfolg gegen Frankreich zum Auftakt der WM-Qualifikation sind beim österreichischen Fußball-Nationalteam einige Weichenstellungen im personellen Bereich erfolgt. Paul Scharner ist nach zweijähriger Abwesenheit endgültig wieder in der ÖFB-Auswahl integriert, Andreas Ivanschitz rechtfertigte seine Bestätigung als Kapitän mit einer Leistungssteigerung sowie zwei Assists und einem sicher verwandelten Elfmeter, und Alexander Manninger etablierte sich als Stamm-Goalie.

Teamchef Karel Brückner bescheinigte dem Juventus-Keeper eine "großartige Leistung" und sein Assistent Jan Kocian stellte klar, dass der Salzburger in der WM-Qualifikation Österreichs Nummer eins ist: "Wir machen jetzt bestimmt keine Rotation", betonte der Slowake.

Manninger selbst wollte sich zu seinem Status nicht äußern. "Diese Entscheidung liegt nicht bei mir." Einmal mehr hob der 31-Jährige das korrekte Verhältnis zwischen ihm und den weiteren Einser-Kandidaten Jürgen Macho und Ramazan Özcan, der gegen die Franzosen auf der Tribüne Platz nehmen musste, hervor. "Es hat unter den Tormännern nie ein Problem gegeben. Die Diskussionen hat es immer von anderen gegeben."

Über die Leistung seiner Kollegen zeigte sich Manninger äußerst erfreut. "Die Mannschaft hat dazugelernt. Sie ist männlicher geworden. Sie ist mit Drucksituationen anders umgegangen als zuletzt, viel reifer. Wir haben hinten sehr ruhigen Fußball gespielt. Es ist schwer, uns ein Tor zu machen", sagte der Schlussmann und stellte zufrieden fest: "Gegen so eine Nation so ein Resultat einzufahren, ist einer der schönsten Erfolge der vergangenen Jahre. So etwas hat es im österreichischen Fußball eine Zeit lang nicht gegeben, für einen kleinen Österreicher ist das etwas Riesengroßes."

Der 29-fache Internationale richtete den Blick aber auch schon auf das Auswärtsspiel am Mittwoch gegen Sensations-Tabellenführer Litauen. "Um gut in eine WM-Quali zu starten, braucht man auch ein gutes Auswärtsspiel."

Auch György Garics ist bereits auf das Gastspiel in Marijampole fokussiert. "Sollten wir am Mittwoch nicht so gut spielen, verliert diese Leistung ihre Wertigkeit", sagte der Atalanta-Spieler und war damit einer Meinung mit Martin Stranzl. "Litauen ist körperlich nicht viel schwächer als wir, da müssen wir aufpassen. Mittwoch wird vielleicht noch schwerer als heute", vermutete der Spartak-Moskau-Legionär.

Stranzl freute sich darüber, dass die ÖFB-Truppe ihre Stärke bei Standard-Situationen endlich ausnützen konnte. "Die Franzosen haben Respekt gehabt vor unserer Körperstatur. Wir haben gewusst, dass wir bei Standards eine Chance haben." Ausgeführt wurden diese Situationen von Ivanschitz, der dafür großes Lob von Emanuel Pogatetz - der den Panathinaikos-Legionär vor zwei Jahren noch hart kritisiert hatte - erntete. "Die Standardsituationen waren alle perfekt geschossen, das war schon die halbe Miete."

Ivanschitz zeigte sich nicht nur bei ruhenden Bällen, sondern phasenweise auch im Spiel im Vergleich zu den EURO-Auftritten und dem Italien-Match verbessert und sah beim ÖFB-Team eine neuerliche klare Steigerung. "Wir haben nach dem Vorsprung sehr clever gespielt. Das ist uns in den letzten Monaten vielleicht nicht so gut gelungen", meinte der Burgenländer, warnte aber auch: "Wir müssen jetzt auf dem Boden bleiben."

Für Kocian kam der Aufschwung des Kapitäns nicht überraschend. "Vor dem Italien-Spiel war die Vorbereitung sehr kurz, da konnten wir die Details nicht ganz in die Spieler reinbringen. Gegen Frankreich hat Ivanschitz eine konkrete Aufgabe bekommen, nämlich näher bei Janko zu spielen, fast als halbe Spitze. Und diese Rolle hat er sehr gut erfüllt", erklärte der 50-Jährige. (APA)

 

 

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