Großbritannien: Fünf Tote bei Hochwasser

7. September 2008, 15:39
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Tausende Häuser evakuiert - Schwere Regenfälle auch in den kommenden Tagen erwartet

London - Tagelange Regenfälle haben am Wochenende Teile Großbritanniens unter Wasser gesetzt und fünf Menschen das Leben gekostet. Wegen Überschwemmungen wurden vor allem im Nordosten Englands tausende Häuser evakuiert. Obwohl am Sonntag langsam mit den Aufräumarbeiten begonnen werden konnte, warnte die Umweltbehörde, dass anhaltender Regen auch in den kommenden Tagen zu Überflutungen führen könnte. Am Sonntag waren rund 100 Hochwasserwarnungen ausgerufen worden.

Eine der am schlimmsten betroffenen Orte war Morpeth in der Grafschaft Northumberland. Dort standen rund 1.000 Häuser unter Wasser. Hunderte Menschen, darunter auch viele ältere, mussten die Nacht in Notunterkünften verbringen und wurden teils mit Booten gerettet. In der Stadt zeigten sich "Szenen der vollkommenen Verwüstung", sagte Paul Hedley von der Feuerwehr. Auch in den Grafschaften Yorkshire, Shropshire und Herefordshire standen Häuser und Straßen unter Wasser. In der Touristenstadt York wurden Sandsäcke aufgebaut. Die Regen ließ am Sonntag jedoch wieder etwas nach.

Auto in Fluss gestürzt

Eine 17-jährige Frau kam am Freitagabend in Wales ums Leben, als sie sich mit ihrem Auto nahe eines angeschwollenen Flusses überschlug, und der Wagen ins Wasser stürzte. Wie die Polizei mitteilte, starb die Frau im Krankenhaus, ihre zwei Mitfahrer erlitten Unterkühlungen. Am selben Tag kam auch ein Paar bei einem Unfall im südenglischen Plymouth um. Ein Motorradfahrer starb in Nordengland, als er über einen Ast stürzte. Ein 27-Jähriger kam in einer Schlammlawine auf einer Baustelle um.

Bei dem ersten Unwetter in diesem Herbst waren schon am Freitagabend Flüsse angeschwollen sowie Straßen überflutet worden. Autofahrer mussten aus ihren Fahrzeugen befreit werden. In einigen Gegenden fiel nach Angaben des BBC-Wetterzentrums innerhalb von 24 Stunden so viel Regen wie normalerweise in einem Monat. Phil Rothwell von der Umweltbehörde sagte, durch den nassen Sommer seien die Böden bereits vollgesogen. "Unsere Sammelbecken und Böden sind bereits sehr nass, die Flüsse reagieren daher besonders schnell."

Großbritannien war schon im Sommer 2007 mehrmals von schlimmen Fluten heimgesucht worden. Damals brach die Wasserversorgung in einigen Orten vollkommen zusammen. Der diesjährige August war einer der nassesten seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Regierung hatte immer wieder besseren Hochwasserschutz versprochen. (APA/dpa)

 

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