Spore begeistert als Idee und enttäuscht als Spiel

6. September 2008, 17:00
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Fachmagazine sind sich einig: Spore ist ein "fantastisches Produkt", nur kein ebenso "fantastisches Spiel" - "Im Großen und Ganzen ist das irrelevant"

Im Herbst 2006 hätte Will Wrights Evolutionsspiel Spore ursprünglich auf den Markt kommen sollen. Mit zwei Jahren Verspätung hatte der "The Sims"-Erfinder genug Zeit, mit der Marketingmaschine EA im Rücken, das Hype-Süppchen zu kochen. Mit der Vorfreude stiegen allerdings auch die Erwartungen an das Werk. Dabei klang die Idee klang schon bei der Erstvorführung 2005 vielversprechend: Im virtuellen Reagenzglas erschafft der Spieler ein Lebewesen nach seiner Laune, Bevölkert damit die Erde, erobert fremde Planeten, reist in die Galaxie, um Gott zu werden. Seit vergangenem Donnerstag ist Spore nun erhältlich und die Fachschafft der großen Spielemagazine ist sich eingig: Ein geniales Werk, spielerisch enttäuschend.

Fazit

Jason Campo von IGN (US) sieht in Spore ein "fantastisches Produkt", es sei nur kein ebenso "fantastisches Spiel". "Spore überzeugt als einzigartigstes Produkt der jüngsten Vergangenheit, eines, das nach den Sternen greift und uns am Ende ein Universum in der Box schenkt. Ich muss aber auch eingestehen, dass es hier nicht sehr viel Tiefgang gibt. Unerfahrene Spieler werden sich zuhause fühlen, Veteranen werden sich mehr wünschen", so sein Resümee.

Christian Schmidt von Gamestar (DE) schließt sich dem an: "Spore ist nichts weniger als beeindruckend. Es ist mehr als nur ein Spiel; Spore ist ein Werk, getragen von der Vision, die Evolution der Spezies zum Spielzeug umzuformen. Es steckt – in den Editoren – voll technischer Innovation, die selbst altgedienten Spielern Staunen abringt. Es ist, im Großen, meisterhaft durchdacht und in seiner Detailfülle bewundernswert. Nur merke ich das viel zu selten. Denn im Kleinen, beim Spielablauf selbst, bleibt Spore ideenlos. Das ist unglaublich schade."

Kevin VanOrd von Gamespot (US) streicht in erster Linie die "intuitiven und umfangreichen" Gestaltungsmöglichkeiten hervor. Eine beeindruckende Spielbreite würde geboten, wobei es an Charme nie fehle. Die akkustische Untermalung und das Art-Design überzeugen. Schelte gibt es ebenfalls für die zeitweise "extrem simpel gestrikte Spielmechanik".

Tom Bramwell von Eurogamer (UK) sieht über die Mängel im Gameplay hinweg. "Im Großen und Ganzen ist das irrelevant. Wir sind (auch) mit all den innovativen Ideen, vertraut, die Spore untermauern, aber niemand hat es je besser gemacht und das finale Spiel beweist, es war das alles Wert.

Rahmen

Spore wurde von Maxis entwickelt und wird von Electronic Arts vertrieben. Das Spiel ist bereits für den PC erschienen, eine vereinfachte Version kommt auch für Nintendo DS und das iPhone. (zw)

Links

Spore

  • Wo Licht ist, ist auch Schatten.
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