Indien: Seuchen breiten sich nach Hochwasser aus

7. September 2008, 15:26
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Mindestens 32 Tote durch Durchfall - Unsauberes Trinkwasser als Hauptursache

Neu Delhi - In den Überschwemmungsgebieten im Osten Indiens steigt die Angst vor Krankheiten und Epidemien. Nach indischen Medienberichten starben am Wochenende in dem am stärksten betroffenen Bundesstaat Bihar mindestens 32 Menschen an Durchfall, darunter 18 Kinder. Grund sei in den meisten Fällen verschmutztes Trinkwasser gewesen. "Noch gibt es keine Berichte über Epidemien, aber wir bleiben in Alarmbereitschaft. Vor allem wenn das Wasser wieder abfließt, könnte sich die Lage verschlimmern", erklärte der Landeskoordinator von "Ärzte ohne Grenzen" in Indien, Björn Nissen, am Samstag.

Auch in den Flutgebieten im benachbarten Bangladesch spitzt sich die Lage zu. Nach Angaben der Behörden haben die Pegel zahlreicher Flüsse in etwa 20 Distrikten im Norden sowie in der Mitte des Landes kritisches Niveau erreicht. Vor allem in der Region an der Grenze zu Indien seien Zehntausende auf der Flucht vor den Wassermassen.

Zwei Millionen Menschen betroffen

Unterdessen stieg im nordostindischen Bundesstaat Assam die Zahl der Todesopfer durch den über die Ufer getretenen Fluss Brahmaputra auf 24 an. Nach offiziellen Angaben sind in der Region, die jedes Jahr von schweren Monsun-Fluten betroffen ist, etwa zwei Millionen Menschen betroffen. Tausende würden in Auffanglager versorgt, so Bhumidhar Barman von der regionalen Katastrophenbehörde. Ärzte arbeiteten rund um die Uhr, um einen Ausbruch von Krankheiten wie in den Überschwemmungsgebieten am Fluss Kosi in Bihar zu verhindern.

Auslöser der Katastrophe dort war ein Dammbruch im benachbarten Nepal, wo der Kosi entspringt. Dadurch hat der Strom seine Fließrichtung um etwa 120 Kilometer in Richtung Osten verändert und bewohnte Gebiete im Südosten Nepals und in Bihar überflutet, die normalerweise selbst während des Monsuns nie überschwemmt werden. Ganze Landstriche stehen seit mehr als zwei Wochen unter Wasser. Tausende von Menschen sind obdachlos, mindestens 100 starben.

Der Monsun in Südasien beginnt in der Regel im Juni und dauert bis Ende September. Nach offiziellen Angaben kamen in Indien bei den Überschwemmungen in diesem Jahr landesweit bereits mehr als 1.800 Menschen ums Leben. Im vergangenen Jahr starben etwa 3.000 Menschen. (APA/dpa)

 

 

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