Verfassungsschutz bot RAF-Aussteigern 1980 eine Million Dollar

6. September 2008, 13:41
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Damals ging niemand darauf ein

Berlin - Der Verfassungsschutz hat Mitgliedern der Roten Armee Fraktion (RAF) nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" im Sommer 1980 lukrative Angebote gemacht, damit sie sich vom bewaffneten Kampf lossagen. Das Kölner Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) habe pro Person eine Million US-Dollar (heute rund 700.000 Euro) in bar und eine neue Identität angeboten, berichtete das Magazin. Ein Dutzend Sympathisanten der RAF, die in der Legalität lebten und vermutlich Kontakt zu steckbrieflich gesuchten RAF-Mitgliedern hatten, seien vom BfV angeschrieben worden. Es sei aber kein RAF-Mitglied auf das Angebot eingegangen.

Das Magazin berichtet weiter, dass die Bundesregierung bereits Ende 1980 vom Bundesnachrichtendienst (BND) Hinweise bekommen habe, dass RAF-Mitglieder in der DDR untergetaucht waren. Ein Palästinenser, der von 1979 an vier Jahre lang als Top-Quelle für den Auslandsnachrichtendienst arbeitete, habe den BND darüber informiert. Als der Hinweis an das damalige Bonner Kanzleramt offenbar folgenlos blieb, habe im BND "eine Stinkwut" geherrscht, zitiert das Magazin einen Geheimdienstler. Nach der Wende wurden im Sommer 1990 insgesamt zehn in der DDR untergetauchte RAF-Mitglieder enttarnt. (APA/dpa)

 

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