"Hausordnung" beim Inselfest

5. September 2008, 20:48
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Keine Extrawürstel gibt's aber, wenn jemand gegen die „Haus- und Platzordnung" des Donauinselfestes verstößt

Beim Donauinselfest gibt es keine Würstel. Im übertragenen Sinne. G'füllte Haut an Senf oder im Langosteig gibt's natürlich zuhauf. Keine Extrawürstel gibt's aber, wenn jemand gegen die "Haus- und Platzordnung" des Donauinselfestes verstößt. Denn die wurde auf einer Plakatwand mitten im Inselgetümmel affichiert. Ein Punkt dieser Ordnung stimmt den Leser ein wenig wunderlich: "Der übermäßige Konsum von Alkohol auf dem Veranstaltungsareal ist untersagt."

Genau genommen muss das noch nicht viel heißen - ist nur die Frage, wie man "übermäßig" definiert. Ein weiterer Punkt verwundert keineswegs: "Keine Werbetätigkeit ohne vorherige Zustimmung des Veranstalters", heißt es da. Im Falle des Zuwiderhandelns drohen saftige Strafen: Etwa "Reinigungskosten" von 1800 Euro sowie ein "Benützungsentgelt" von 2400 Euro.

Denn dieses Wochenende gehören Insel und Inselwerbung ausschließlich der Wiener SPÖ. Folgerichtig darf politisch nur beworben werden, was den Kanzlerkandidaten Werner Faymann preist. "Jede Stimme zählt - auch wenn sie heiser ist", lautet der zigfach aufgezogene Slogan Faymanns. Jede Stimme - wenn sie für die Roten wirbt. Oder wenn das Werbesujet zumindest entfernt dem Wiener Bürgermeister ähnlich sieht. Dann darf auch ein Glaserl mit drauf sein. "Haus- und Platzordnung" hin oder her. (Roman David-Freihsl, Der Standard Print-Ausgabe, 6./7.9.2008)

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    "Dann gehen die Leute zuerst baden und kommen später."

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