Unesco: 300.000 Österreicher sind Analphabeten

5. September 2008, 19:16
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Zehn bis 30 Prozent der Erwachsenen in der EU können weder lesen noch schreiben

Wien – Rund 77 Millionen Kinder weltweit wachsen bis heute ohne Schulbildung auf. Etwa 774 Millionen Erwachsene sind Analphabeten. So lauten die aktuellen Zahlen, die die Unesco im Vorfeld des Weltalphabetisierungstages am kommenden Montag, dem 8. September, bekanntgibt. Nicht nur in den Entwicklungsländern, auch in den 25 EU-Mitgliedsländern gibt es funktionellen Analphabetismus.

Auf zehn bis 30 Prozent der erwachsenen EU-Gesamtbevölkerung schätzen Unesco-Experten die Zahlen jener, die weder lesen noch schreiben können. Für Österreich liegt diese Schätzung bei 300.000 Personen. Zwar existieren keine gesicherten Daten, da bisher kein Geld in entsprechende Studien investiert worden war. Hinweise liefert jedoch die Pisa-Studie von 2006, laut der in Österreich 21,5 Prozent der Schüler zu jener Risikogruppe gehören, die gegen Ende der Pflichtschulzeit nur unzureichend sinnerfassend lesen kann.

Im kommenden Jahr, 2009, wird Österreich auf Beschluss des Bildungsministeriums unter Claudia Schmied an der OECD-Studie PIAAC (Programm for the International Assessment of Adult Competencies), einer Art Pisa-Studie für Erwachsenenbildung, teilnehmen. Dadurch wird voraussichtlich im Jahr 2013 erstmals Datenmaterial über die Zahl der Analphabeten vorliegen. (red/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 6.9.2008)

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    Etwa 774 Millionen Erwachsene weltweit sind Analphabeten.

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