3D-Modell unterstützt Gehirn-OP

6. September 2008, 19:24
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Neues Verfahren berechnet, wie die Blutgefäße des Gehirns reagieren werden

London - Wissenschaftler des University College London haben ein neues Verfahren entwickelt, das gefährliche Veränderungen des Blutdrucks während schwierigen Eingriffen am Gehirn erkennbar machen kann. Hoch komplexe Operationen könnten in Zukunft so sicherer werden. Das Verfahren beruht auf einer Kombination von Scans und massivem Computereinsatz um vorherzusagen, wie die Blutgefäße des Gehirns auf die Operation reagieren werden.

Eines Tages soll die Simulation so ermöglichen, die Patienten mit dem höchsten Aneurysma-Risiko zu identifizieren. Einer von 100 Menschen hat ein derartiges Aneurysma. Aber nur bei einem Prozent kommt es laut BBC zu einem häufig tödlichen Riss des Blutgefäßes. Auch eine Operation kann einen derartigen Riss hervorrufen. An der Studie, die in "New Scientist" veröffentlicht wurde, sind zudem Teams der Universitäten Manchester und Edinburgh beteiligt.

Komplexes Blutgefäß-Netzwerk

Das Gehirn verfügt über ein komplexes Netz an winzigen Blutgefäßen. Ein Chirurg, der eine Anomalie beheben will, muss sich in diesem Netz zurechtfinden. Werden die falschen Blutgefäße verletzt, dann können Schlaganfall oder Tod die Folge sein. Modernste Methoden wie die 3D-Rotationsangiographie werden genutzt, um eine dreidimensionale "Karte" der Verteilung der Blutgefäße zu erstellen. Das neueste Verfahren versucht vorherzusagen, welche Auswirkungen auf Blutdruck und Durchblutung entstehen, wenn Blutgefäße während der Operation stillgelegt werden müssen.

Modell-Software

Druckmessungen von einem Katheder in einer Hauptarterie werden in eine Modell-Software eingespeist, die bis zu einer Trillion Berechnungen pro Sekunde durchführt, um Veränderungen des Blutflusses im restlichen Gehirn zu berechnen. Die notwendige Computer-Power macht den Zugang zu einem Netzwerk mit 20 Supercomputern in Amerika und Großbritannien erforderlich. Stefan Brew, einer der Mitarbeiter des Projekts, erklärte, dass die Forscher versuchten, eine Möglichkeit zur Minimierung von Problemen zu finden. Derzeit gebe es meist keine genaue Vorstellung davon, was wirklich passiert, wenn in die Blutversorgung des Gehirns eingegriffen wird. (pte)

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