"Verliebt ins Schnabelholz"

5. September 2008, 16:48
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Neo-Altach-Coach Schönenberger will Altach wieder auf Vordermann bringen: "Alle Spieler beginnen bei Null und haben dieselbe Chance"

Dornbirn - Cashpoint SCR Altach, das aktuelle Schlusslicht der Fußball-tipp3-Bundesliga, hat am Freitag im Rahmen der Dornbirner Messe Neo-Trainer Urs Schönenberger der Öffentlichkeit präsentiert. Der 49-jährige Schweizer will zunächst einmal mittels Einzelgesprächen mit den Spielern Ursachenforschung betreiben und das angeknackste Selbstvertrauen der Vorarlberger wieder auf Vordermann bringen.

Selbstvertrauen gewinnen

"Ich möchte in den Gesprächen heraushören, was bis jetzt nicht gestimmt hat und warum der Club erst so wenige Punkte geholt hat. Wir müssen das Selbstvertrauen so schnell wie möglich zurückgewinnen", meinte Schönenberger, der die Altacher am Samstag im Testmatch um 16 Uhr in Alberschwende noch von der Tribüne aus beobachten und am Montag um 10 Uhr sein erstes Training leiten wird.

Sein erstes Ligamatch steht dann am 21. September daheim gegen die Wiener Austria auf dem Programm. Nach acht Runden weisen die Altacher als Zehnter mit drei Punkten zwei Zähler Rückstand auf den Vorletzten Kapfenberg auf. "Ich weiß, dass sich der Club in einer sportlich sehr schwierigen Lage befindet. Aber das ist kein Neuland für mich, ich habe schon mehrere Clubs in schwierigen Situationen übernommen", meinte Schönenberger, der seine bisher größten Erfolge als Trainer des FC Thun (Teilnahme an der Champions-League-Gruppenphase) gefeiert hat.

Erster Kontakt

Den ersten Kontakt mit Altach hatte es für Schönenberger bereits im Juni gegeben, damals allerdings noch im Rahmen der ORF- und SF-Dokusoap "Das Match". Schönenberger hatte damals beim Schweizer Team als Co-Trainer von Gilbert Gress fungiert. Trotz der damaligen 2:4-Pleite der Eidgenossen hatte Schönenberger gute Eindrücke aus dem nun Cashpoint-Arena genannten Schnabelholz-Stadion mitgenommen. "Ich habe mich sofort in dieses Stadion verliebt, die Infrastruktur hat mir auf Anhieb gefallen", betonte Schönenberger, der das Team dann erstmals beim 2:7-Debakel gegen Rapid live gesehen hat.

Ansonsten kennt Schönenberger den österreichischen Fußball auch "vom Fernsehen", seine jetzigen Schützlinge Fernando Carreno (früher u.a. Young Boys Bern, Aarau) und Daniel Sereinig (früher u.a. St. Gallen, Wil, Schaffhausen) aus deren Schweizer Zeiten. Die brasilianischen Altacher Star-Kicker Ze Elias und Ailton kennt Schönenberger natürlich ebenfalls bestens. "Natürlich muss man mit ihnen anders umgehen als mit normalen Spielern. Aber auch bei ihnen zählt nur die Leistung. Sie müssen fit sein, bevor sie spielen. Die Spieler wollen ja nicht zur Lachnummer werden", erklärte Schönenberger, der deshalb mit den beiden Südamerikanern Extraeinheiten einlegen wird.

Ein Vorteil

Schönenberger sieht sich durch seine bisherige Distanz zum ÖFB-Fußball als "unbefangenen Trainer". "Darüber bin ich froh, das ist sicher ein Vorteil. Alle Spieler beginnen bei Null und haben dieselbe Chance", meinte der Eidgenosse, der sich selbst als ehrgeizig, offen, ehrlich und disziplinliebend bezeichnet. "Und das lebe ich auch vor." Laut Angaben der Schweizer Agentur si ist Schönenberger übrigens der erste Schweizer Coach in Österreichs Eliteliga, der in Frankreich geborene Ex-Sturm-Trainer Gress verfügt ja über eine schweizerisch-französische Doppelstaatsbürgerschaft.

Laut Altach-Geschäftsführer Christoph Längle hätten sich nach der Trennung von Heinz Fuchsbichler rund 30 Trainer angeboten, u.a. auch Zlatko Kranjcar. Die letzten vier Kandidaten hießen dann Kurt Jara, Georg Zellhofer, Walter Hörmann und Schönenberger. "Und bei Schönenberger war das Gesamtpaket am besten", erklärte Längle. (APA)

 

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    Urs Schönenberger: "Ich weiß, dass sich der Club in einer sportlich sehr schwierigen Lage befindet. Aber das ist kein Neuland für mich, ich habe schon mehrere Clubs in schwierigen Situationen übernommen"

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