der schönste Tag der Woche: Von Otto und Karl

5. September 2008, 15:16
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Wir haben vernommen, dass Otto von Habsburg das Amt des Großmeisters des Ritterordens vom Heiligen Sebastianus an seinen Sohn Karl übergeben hat

Mit großer Erleichterung habe ich die Botschaft vernommen, dass Otto von Habsburg das Amt des Großmeisters des Ritterordens vom Heiligen Sebastianus an seinen Sohn Karl übergeben hat. Damit haben sechs Millionen Brauchtumsschützen in Europa einen neuen Schirmherrn. Otto von Habsburg sieht in der Ritterschaft übrigens das verwirklicht, was ihm in der europäischen Verfassung fehlt: das Bekenntnis zu Gott. Ich finde das durchaus in Ordnung, denn auch mir haben Lieder wie Einmal um die ganze Welt und die Taschen voller Geld oder Fang das Licht von Herrn Gott immer schon gut gefallen. Weshalb mir im Zusammenhang mit der o. a. Meldung ausgerechnet der "Abfraßtag" einfällt, der unter strengen Katholiken in Österreich und Bayern am heutigen 6. September gefeiert wird, weiß ich nicht. Ist auch egal.

Nicht egal ist hingegen, dass aus Anlass des 90. Jahrestags der Gründung des Landes Oberösterreich ein Asteroid nach eben diesem Bundesland benannt wurde. So steht es zumindest im Kulturbericht Oberösterreich. Ich möchte kein Spielverderber sein, aber in der "Alphabetischen Liste der Asteroiden" scheinen zwar Namen wie Oberpfalz (Nr. 6293), Oberndorfer (Nr. 3275) und Obi (Nr. 6669) auf, aber kein Asteroid mit dem Namen Oberösterreich. Ebenso wenig findet sich ein Eintrag unter Upper Austria. Dafür heißt der Asteroid mit der Nr. 1469 Linzia. Ist doch auch etwas! Außerdem gibt es den Asteroiden Stifter (Nr. 7127). (Ein kleiner Einschub für Tennisfans: Nach Rafael Nadal wurde der Asteroid mit der Nr. 128.036 benannt.)

Zu Linzia und Stifter wäre noch anzumerken, dass das Land Oberösterreich den Vorlass der mittlerweile 96-jährigen Hitler-Adeptin Gertrud Fussenegger erworben hat und dieser dem Stifterhaus Linz übergeben wurde. Das hat Stifter nicht verdient! Dass Fussenegger Weihelieder auf Hitler verfasste und den jüdischen Friedhof von Prag 1943 als "Drachensaat" bezeichnete, scheint das offizielle Oberösterreich "vergessen" zu haben. Dazu passt, dass Frau Fussenegger auch in der Foto-Ausstellung "Rückblende" im Foyer der Amtsräume des LH-Stellvertreters Franz Hiesl in Linz vertreten ist. Gezeigt werden Porträtaufnahmen des Fotografen Peter Wurst. Im Foyer von Hiesl sagte also Fussenegger zu Wurst: "Bei Ihnen kann ich so sein, wie ich will." Was wie eine gefährliche Drohung klingt. Bevor ich es vergesse: 2009 wird Linz Kulturhauptstadt Europas. (Kurt Palm, ALBUM - DER STANDARD/Printausgabe, 06./07.09.2008)

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    foto: michaela mandl
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