Ärger wegen AUA Werbekampagne mit KGB-Anspielung

5. September 2008, 14:56
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"Das dichteste Netz in Osteuropa seit dem KGB", heißt es in einem Inserat - Bürgerrechtler: Zynisch - AUA: Mit Augenzwinkern

Anstoß erregt eine aktuelle Werbekampagne der Austrian Airlines (AUA). "Das dichteste Netz in Osteuropa seit dem KGB", heißt es in einem Inserat, das auch außerhalb Österreichs geschaltet wird. Bürgerrechtler sind empört ob des Vergleichs. Die AUA will mit dem Inserat Aufmerksamkeit wecken, aber "natürlich niemanden beleidigen".

Bürgerrechtler: Zynisch

Eine "Plattform für Menschen- und Menschenrechte" namens "Bürgeraktiv" zeigt sich entrüstet. Der frühere sowjetische Geheimdienst sei für Spionage, Kontrolle und Liquidation von Regimegegnern zuständig gewesen, seine Vorläufer hätten "Millionen Menschen ohne ordentliche Gerichtsverfahren in Zwangsarbeitslager, Straflager und Gefängnisse gebracht". Damit zu werben sei "zynisch" und zeuge von "Ahnungslosigkeit, Dummheit oder geistiger Komplizenschaft".

Künstlerische Freiheit

Die AUA verweist auf die künstlerische Freiheit: Man wollte polarisieren und Aufmerksamkeit gewinnen, "aber niemanden beleidigen", erklärte eine Sprecherin. Die aktuelle Kampagne der Agentur Jung von Matt/Donau arbeite mit Wortwitz und sei "mit einem Augenzwinkern" gemeint, es gebe zahlreiche positive Reaktionen darauf. In weiteren Sujets heißt es etwa "the most gemütlich airline", die AUA wird als "cafe with an entrance in Vienna and an exit in Tokyo" bezeichnet, ein Flug ins indische Mumbai (vormals Bombay) sei ein "8 hour vacation in Austria on the way to Mumbai". (APA)

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