Zuversichtliche Kicker sehen "Pari-Chance"

5. September 2008, 15:22
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Ivanschitz warnt vor französischer Offensiv-Power - Garics verteidigt Defensiv-Taktik - Stranzl konzentriert sich nach Verlängerung bei Spartak auf Sportliches

Lindabrunn - Die österreichischen Fußball-Teamspieler haben sich vor dem ersten Spiel der WM-Qualifikation am Samstag (20.30 Uhr/live ORF1) im Wiener Happel-Stadion gegen Frankreich betont optimistisch gezeigt. Martin Stranzl und György Garics etwa schätzten die Chancen gegen den Vize-Weltmeister nach eigenen Angaben auf 50:50, auch Kapitän Andreas Ivanschitz gab sich kämpferisch: "Ich sehe Frankreich unter den Top Fünf der Welt, aber wir müssen großen Willen zeigen und den eingeschlagenen Weg weitergehen", forderte der Panathinaikos-Legionär.

Mit der zu erwartenden Defensiv-Taktik des ÖFB-Teams hat der Burgenländer keine Probleme. "Auch wenn die Franzosen bei der EM nicht so stark waren, haben sie eine sehr gute Mannschaft. Vor allem in der Offensive ist viel Power dahinter, deswegen ist es ganz gut, wenn man dem Gegner nicht viel Raum lässt", sagte der Burgenländer und berichtete von seinen Erkenntnisse aus dem Studium des 3:2-Testspiel-Sieges der "Bleus" im August in Schweden. "Da haben sie in den ersten zehn Minuten abwartend gespielt. Aber dann waren sie 0:1 hinten und haben auf Pressing umgeschaltet. Ich glaube, dass sie auch uns früh attackieren werden."

Spieler mit der Taktik einverstanden

Auch Garics, der sich aufgrund der Video-Analyse "vom Visuellen her gut eingestellt" fühlte, zeigte sich von der Sinnhaftigkeit des Brückner-Systems überzeugt. "Man muss beachten, gegen welchen Gegner wir spielen. Und wie die Mannschaft spielt, muss man schon dem Trainer überlassen. Wir Spieler sind mit der Taktik einverstanden, wir können es uns nicht leisten, im ersten Quali-Spiel gegen einen so starken Gegner 'Hollodaro' zu spielen", betonte der Italien-Legionär, der am vergangenen Sonntag sein Debüt bei Atalanta ("Endlich habe ich in Italien einen Verein gefunden, wo ich in der Viererkette spielen kann") gefeiert hatte.

Die Fans im mit 47.000 Zuschauern gefüllten Prater-Oval könnten eventuell den Ausschlag zugunsten Österreichs geben, vermutete Garics, und Stranzl schloss sich dieser Meinung an. "Dass das Stadion ausverkauft ist, ist irrsinnig wichtig." Der Innenverteidiger startet mit der ÖFB-Auswahl bereits in seine dritte WM-Qualifikation. "Leider sind wir wie so oft Außenseiter in der Gruppe, ich hoffe, das ändert sich in Zukunft", sagte der Burgenländer und sprach von der bisher schwersten Auslosung für den ÖFB seit seiner Nationalteam-Zugehörigkeit.

Qualifikation ist unser Anspruch

Dennoch hat der Russland-Legionär die Teilnahme an der WM 2010 in Südafrika noch lange nicht abgeschrieben. "Laut Weltrangliste sind wir weit weg, aber von der Entwicklung der Mannschaft her haben wir die Möglichkeit, die Qualifikation zu schaffen. Das ist unser Anspruch, doch wir wissen, dass wir Außenseiter sind." Seine persönliche Hochrechnung für ein WM-Ticket hat Stranzl bereits erstellt. "Es werden 20 oder 21 Punkte nötig sein, damit wir uns qualifizieren", sagte der Abwehrspieler, der gegen die "Bleus" sein 50. Länderspiel absolviert, vor dem Auftakt der zehn Spiele umfassenden Ausscheidung.

Bereits am Sonntag hat der 28-Jährige seinen Vertrag bei Spartak Moskau bis Jahresende 2011 verlängert und damit nun den Kopf für die anstehenden Aufgaben frei. "Ich bin froh, dass ich mich jetzt wieder auf das Sportliche konzentrieren kann und das Thema vom Tisch ist." Dass er seit dem Rauswurf von Trainer Stanislaw Tschertschessow bei seinem Club nicht mehr zur Stammformation zählte, bereitet Stranzl kein Kopfzerbechen. "Man hat mir in den Verhandlung von Vereinsseite her ganz klar zu verstehen gegeben, das man mit mir plant." (APA)

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    Die Teamkicker bei Roger Sprys Aufwärmübungen.

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