Spekulationen: Zahl der Bieter verringert sich weiter

5. September 2008, 15:29
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Der Bieterkampf um die AUA könnte ein Zweikampf Lufthansa gegen Air France-KLM werden

Wien - Die Spekulationen um den möglichen künftigen Eigentümer der Austrian Airlines (AUA) reißen nicht ab. Jüngsten Berichten zufolge könnten im Bieterrennen nur die größten europäischen Player übrig bleiben: Lufthansa, Air France/KLM und möglicherweise auch British Airways. An den Start gegangen war ein Dutzend Bewerber, anderen Quellen zufolge waren es bis zu 15.

Der Bieterkampf um die AUA könnte ein Zweikampf Lufthansa gegen Air France-KLM werden, wobei die deutsche Airline als "absoluter Favorit" gelte, schreibt die Zeitung "Österreich" unter Berufung auf ÖIAG-Aufsichtsratskreise. Nur diese beiden Interessenten würden sich fix bewerben, die Briten hielten sich noch bedeckt.

Air China dürfte kein Angebot legen, auch die russische S7 und Turkish Airlines würden aller Voraussicht nach nicht mitbieten, sei in den ÖIAG-Kreisen zu hören. Finanzinvestoren hätten von vornherein keine Chance gehabt.

"Österreich" führt den gestrigen Kurssturz der AUA-Aktie - die in kurzer Zeit gut 20 Prozent an Wert verlor - auf das Wegbrechen der Bieter zurück. Wenn am Schluss kein ernsthafter Konkurrent bleibe, dann könnte der tatsächlich zu bezahlende Preis je AUA-Aktie nicht bei 8 Euro je Aktie - wie laut Börsegerüchten aus Frankfurt vermutet - sondern deutlich darunter liegen.

Straffer Zeitplan

Als Grund dafür, warum immer mehr Interessenten abspringen, wird der äußerst straffe Zeitplan genannt. Bereits am 12. September muss ein umfangreicher Businessplan für die AUA vorliegen. Zudem sei im Verlauf des Verkaufsprozesses klar geworden, "dass vieles in Richtung Lufthansa läuft". Die ÖIAG stellt das in Abrede.

 

Informierte Kreise widersprechen den Spekulationen. Das Interesse an der AUA sei "unverändert sehr hoch", es werde mit "sechs bis sieben Bietern gerechnet", heißt es von einer mit dem Prozess vertrauten Person, die nicht genannt werden will.

Es gebe "keinen Hinweis" darauf, dass Air China, die russische S7 oder Turkish Airlines kein Angebot legen würden. Auch die russische Aeroflot befinde sich noch im Rennen, heißt es unter Berufung auf ÖIAG-Gremien. (APA)

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