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5. September 2008, 14:18
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Reiche bekamen die Finanzkrise bis dato weniger zu spüren, die Zahl der Millionäre ist weiter gestiegen, geht aus dem Global Wealth Report 2008 hervor

New York/Wien - Auch Vermögensverwalter und reiche Privatanleger waren im vergangenen Jahr von der globalen Finanzkrise betroffen. Das verwaltete Vermögen in Europa, Nordamerika und Japan wuchs langsamer als in der Vergangenheit, direkte Geschäftseinbrüche blieben aber noch aus. Die Zahl der Dollar-Millionäre ist weiter gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "A Wealth of Opportunities in Turbulent Times" der Boston Consulting Group (BCG), die am Freitag veröffentlicht wurde.

Die weltweiten Vermögenswerte, die in Bargeld, Aktien, Wertpapieren oder Fonds angelegt sind (Assets under Management), stiegen 2007 um 4,9 Prozent auf 109,5 Billionen US-Dollar (75,6 Billionen Euro), so die Studie.

Weltweit wurden im vergangenen Jahr rund 10,7 Millionen Millionärshaushalte gezählt - ein Zuwachs von 11,2 Prozent oder einer Million US-Dollar-Millionäre. Die meisten Millionärshaushalte fanden sich erneut in den USA, gefolgt von Japan, Großbritannien, Deutschland und China. Dieser Anstieg ist - wie im übrigen Europa - auch ein Ergebnis der Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar.

Die BCG-Studie basiert auf Daten für das Gesamtjahr 2007, als sich die Folgen der Finanzkrise bereits abzeichneten, aber noch nicht in ihrem vollen Ausmaß wirkten: In Nordamerika - dem Epizentrum der Turbulenzen an den Finanzmärkten - wuchs das Vermögen 2007 nur noch um 3,8 Prozent gegenüber 8,9 Prozent 2006.

Konservative Anleger

"Im Jahr 2008 werden viele Vermögensverwalter die Folgen der Finanzkrise stärker spüren", sagte Ludger Kübel-Sorger, BCG-Partner in Frankfurt: "Viele wohlhabende Anleger bevorzugen konservativere Produkte, und Wealth-Manager bekommen weniger Neumittel. Entsprechend haben sich bereits im Jahr 2007 die Margen verringert, und einige Vermögensverwalter mussten sogar einen Rückgang des verwalteten Vermögens hinnehmen. Allerdings bietet die Krise auch Chancen, Marktanteile zu gewinnen." Großbritannien und Deutschland sind die führenden Märkte für Vermögensverwalter in Europa.

Im Jahr 2007 entfielen zwei Drittel des weltweiten Vermögens auf Nordamerika (39,2 Bill. US-Dollar) und Westeuropa (38,3 Bill. US-Dollar). Das restliche Drittel von rund 33 Bill. US-Dollar verteilte sich auf Japan, Asien/Pazifik, den Mittleren Osten und Lateinamerika (3,1 Bill. US-Dollar). In Deutschland besitzen reiche Haushalte Vermögensanlagen im Wert von 7 Bill. US-Dollar.

Weltweit ist das Vermögen der reichen Haushalte im vergangenen Jahr schneller gewachsen. Vermögende Haushalte - d.h. Haushalte mit einem verwalteten Vermögen von 100.000 US-Dollar und mehr - stellten 18 Prozent aller Haushalte, aber besitzen 88 Prozent des globalen Vermögens. 0,8 Prozent aller Haushalte sind Millionärshaushalte mit einem Anteil am weltweiten Vermögen von 35 Prozent.

"Kleine Märkte" wiesen die größte Konzentration von Millionärshaushalten auf. In Singapur verfügte einer von zehn Haushalten über ein verwaltetes Vermögen von 1 Million US-Dollar und mehr. Drei der fünf Länder mit der höchsten Millionärs-Dichte lagen im Nahen Osten - Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate und Kuwait; in Europa hat die Schweiz mit 7,3 Prozent die meisten Millionäre unter ihren Einwohnern. (APA)

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