Wien sucht dringend Pflichtschullehrer

5. September 2008, 14:09
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Es werden zusätzlich 300 Posten besetzt - Für PädagogInnen aus den Bundesländern gibt es sogar Startwohnungen in Wien

Wien  - Wien ist auf der Suche nach Pflichtschullehrern. Wie der Stadtschulrat am Freitag mittels Aussendung bekanntgab, sind 300 zusätzliche Dienstposten zu besetzen - unter anderem deswegen, weil die Senkung der Klassenschülerzahl auf höchstens 25 den Lehrkräftebedarf steigen lässt.

Nun stehe man vor der Herausforderung, bei einer geringer gewordenen Zahl an ausgebildeten Pflichtschullehrern und einem nun gleichzeitig erhöhtem Personalbedarf alle neuen Dienstposten schnell zu besetzen, hieß es. Dem Stadtschulrat ist es laut eigenen Angaben gelungen, bereits 200 der 300 zusätzlichen Dienstposten zu besetzen.

Startwohnungen

Um die Lücke der noch offenen 100 Dienstposten rasch zu füllen, wird nun auch in anderen Bundesländern nach arbeitslosen Lehrern gesucht, konkret über das AMS in Kärnten, der Steiermark und Niederösterreich. Der Stadtschulrat bietet Interessenten sogar eigene "Startwohnungen" an, um den Wechsel des Wohn- und Arbeitsortes möglichst einfach zu gestalten, wie es hieß.

Die fehlende Lehrer sollten möglichst rasch gefunden werden, wurde auf Anfrage im Stadtschulrat betont. Sehr groß, so wurde versichert, sei die Lücke aber nicht, gebe es doch insgesamt 22.000 Lehrer im Wiener Pflichtschulbereich.

"Verfehlte Personalpolitik"

Der Landesverband der Wiener Elternvereine bezeichnete die Situation als "unerfreulich" und als Folge der "verfehlten Bundespersonalpolitik im Bildungsbereich". Es sei zu hoffen, dass es gelinge, unbeschäftigte Lehrer aus anderen Bundesländern oder auch aus Deutschland nach Wien zu holen.

Nach Ansicht der Wiener Grünen ist die Lage ernst, weil die Zahl noch höher sei. Laut deren Schulsprecherin Susanne Jerusalem fehlen nämlich auch noch 900 Dienstposten für Kinder mit sonderpädagogischen Förderbedarf sowie für den ganztägigen Betrieb der Schulen. "Den Volks- und Hauptschulen fehlen insgesamt also 1.000 Lehrerinnen und Lehrer, wie soll unter diesen Umständen ein qualitativ hochwertiges Schulsystem aufrechterhalten werden?", zeigte sich Jerusalem verwundert. (APA)

 

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