Wissen: 180.000 wählten zum ersten Mal

7. September 2008, 10:28
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Jungwähler machen nur drei Prozent der Wahlberechtigten aus - Werden Ergebnis nicht wirklich verändern

Nach der Wahlrechtsreform 2007 konnten heuer bei der Nationalratswahl erstmals 16- und 17-Jährige ihre Stimme abgeben. Österreich ist in Sachen Senkung des Wahlalters Europa-Pionier. Der Urnengang wird in allen anderen EU-Staaten bei landesweiten Wahlen erst mit 18 gewährt.

Sehr viel bewegt haben die Jungwähler in Österreich am Wahlergebnis aber nicht: Diese rund 93.000 zusammen mit den 91.000 Erstwählern, die 2006 noch nicht 18 Jahre alt waren, machten gerade einmal drei Prozent der Wahlberechtigten aus. Dennoch bemühten sich die Parteien im Vorfeld der Wahl mit speziell auf die jungen Wähler zugeschnittenen Kampagnen besonders um diese Jugendlichen.

Vier Landeswahlen mit "Wählen ab 16"

Auf Landesebene gab es schon vier Mal "Wählen mit 16": 2005 im Burgenland und in Wien, heuer in Niederösterreich und Tirol. Mit der Einführung des aktiven Wahlalters 16 auf Bundesebene müssen alle Länder - im Sinne des Homogenitätsprinzips - ihr Wahlalter absenken. Damit wird letztlich für alle Bundes-, Landes- und Gemeindewahlen das aktive Wahlalter 16 und das passive Wahlalter 18 (nur wer Bundespräsident werden möchte, muss mindestens 35 Jahre alt sein) gelten.

Studien über das Wahlverhalten der Jungwähler gibt es nur wenige - zumal Wahlteilnahme und -entscheidung ja nur durch Umfragen ermittelt werden können. So kann man auch kaum feststellen, welcher Partei die - von der SPÖ schon lange geforderte und von der ÖVP schließlich im Abtausch gegen die Briefwahl mitgetragene - Absenkung des Wahlalters nützt.

Jugendliche nicht politikverdrossen

Bei den ersten beiden Landtagswahlen mit Wahlalter 16 hat man die Wahlbeteiligung analysiert: Bei der Premiere im Burgenland nützten die Unter-18-Jährigen ihr Stimmrecht unterdurchschnittlich (73 Prozent gegenüber 81 Prozent), bei der Wien-Wahl lagen sie mit 59 Prozent näher am Durchschnitt. Das SORA-Institut untersuchte nach der Wien-Wahl 2005 die Gruppe der 16- bis 18-jährigen Wähler - und kam zu dem Schluss, dass das Klischee von der politikverdrossenen Jugend nicht stimmt - wie auch eine im Auftrag von Wissenschafts- und Unterrichtsministerium 2007 durchgeführte Untersuchung. Darin zeigten 14- bis 24-Jährige recht großes Interesse an der Politik und auch die Bereitschaft, sich politisch zu beteiligen - und wünschten sich mehr demokratische Bildung in der Schule. (APA, red)

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