"Problemchen" zwingt Strache ins Spital

5. September 2008, 16:26
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Die "schlechte Politik von SPÖ und ÖVP" haben bei dem FPÖ-Chef Magenschmerzen verursacht - Spin-Doktoren: Wahlkämpfer dürfen nicht krank wirken

Dornbirn - Es wäre nicht Heinz-Christian Strache, hätte er nicht auch für dieses "Problemchen" eine simple Erklärung parat: "Die schlechte Politik von SPÖ und ÖVP" habe ihm Magenschmerzen verursacht, weshalb er Freitagmittag im Spital von Dornbirn einchecken musste.
"Eine normale Sommergrippe", hatten Straches Vertraute nach seiner Einlieferung umgehend versichert, um jegliche Gerüchte im Keim zu ersticken. Wahlkämpfer, so glauben zumindest Spin-Doktoren, dürfen nicht krank wirken. Vor allem, wenn sie sich so jugendlich-vital geben wie Strache.
Nicht immer gelingt es Politikern zu kaschieren, dass ihnen die Tortur zusetzt. Im Wahlkampf 1999 fielen Bundeskanzler Viktor Klima und sein Finanzminister Rudolf Edlinger wegen leichter Lungenentzündungen vorübergehend aus. Drei Jahre später gab FPÖ-Kurzzeit-Chef Mathias Reichhold wegen einer übergangenen Angina und Herzrhythmusstörungen w. o.

270 Wahlkampfreden kosteten dem späteren Bundespräsident Thomas Klestil 1992 die Stimme, Strache trat vor der Wien-Wahl 2005 krächzend mit dickem Halstuch auf. Ausgefallen war hingegen der Grund, warum BZÖ-Chef Jörg Haider am Donnerstag angeschlagen zum TV-Duell mit dem Grünen Alexander Van der Bellen erschien: Nach einem Insektenstich war er am selben Tag unter Vollnarkose operiert worden.
Auch Strache soll sich schnell erholt haben: Mit der Diagnose Darmgrippe wurde er nach zwei Stunden und einer Kochsalzinfusion aus dem Spital entlassen. (jo, DER STANDARD, Printausgabe, 6./7.9.2008)

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