Lucia Steinbauer ist Steiermarks erste gewählte Feuerwehrkommandantin

5. September 2008, 12:22
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Seit eineinhalb Jahren kommandiert Lucia Steinbauer ein rund 70-köpfiges Team - "Ich dachte, sie würden mich nicht wählen"

Graz - Unter dem Kommando der ersten in Österreich gewählten Feuerwehrkommandantin heißt es "Wasser Marsch" im oststeirischen St. Kathrein am Offenegg. Hauptbrandinspektorin Lucia Steinbauer wurde im vergangenen Jahr von der Freiwilligen Feuerwehr in ihrem Heimatort zum "Chef" gewählt. Am Wochenende wird unter ihrer Leitung das neue Rüsthaus offiziell eröffnet, an dem rund 13 Jahre lang geplant worden war.

Als einen "großen Tag" bezeichnete die als Steuerberaterin tätige Steirerin die Eröffnung des neuen Rüsthauses. Zu ihrem Posten als Kommandantin kam sie im Februar 2007 "ziemlich überraschend", so Steinbauer. Seit 1996 sei sie bei den Florianis in St. Kathrein am Offenegg. Vor einigen Jahren trat dann der Kommandant zurück und danach absolvierte sie - "rein aus kameradschaftlichen Gründen" - gemeinsam mit zwei anderen Feuerwehrmännern die Kommandantenprüfung, die vor ihr 2004 erst sehr wenige Frauen in Angriff genommen hatten, erklärte sie.

"Ich fiel aus allen Wolken"

Im Februar stand dann die Wahl vor der Tür und plötzlich schlug der stellvertretende Kommandant sie als Nachfolge für den scheidenden Chef vor. "Ich fiel aus allen Wolken und fragte, ob sie verrückt seien," schmunzelte Steinbauer. Sie war sich unschlüssig, doch als ihr Ehemann ihr Unterstützung zusicherte, stellte sie sich der Wahl. "Ich dachte, sie würden mich nicht wählen, da viele ältere Männer in der rund 70-köpfigen Mannschaft sind und ich nicht glaubte, dass sie mich akzeptieren könnten." Schließlich wurde sie mit 68 Prozent - 50 sind erforderlich - gewählt.

"Team ist wichtig"

"Zuerst habe ich mich bei den Einsätzen gefürchtet, weil ich die Verantwortung tragen musste," doch nun sei die Angst verflogen. In der rund 1.200-Seelen-Gemeinde hatte Steinbauer im vergangenen Jahr 124 Einsätze zu leiten. Die meisten davon seien Unfälle in der Weizklamm, wo ein "tolles Team besonders wichtig" sei. Ihr bisher größter Einsatz sei nach Sturm "Paula" gewesen: "Da war ich fast eine Woche nur im Rüsthaus," verdeutlichte die Kommandantin. "Bei mir bekommt jeder - auch die jüngeren Mitglieder - Verantwortung. Ich traue den Leuten etwas zu und das motiviert sie," erzählte Steinbauer von ihrer Führungstaktik. Positives Feedback bestätigte ihre Arbeit und brachte einen Aufschwung der Jugend und bei den interessierten Mädchen. (APA)

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