Erneut US-Angriff auf Rebellen mit zivilen Opfern

5. September 2008, 14:58
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Sicherheitsbeamter: Drei Kinder und zwei Frauen getötet - Jung: Territoriale Integrität respektieren

Miranshah/Islamabad - Bei einem Raketenangriff in Pakistans Stammesgebieten an der Grenze zu Afghanistan sind nach pakistanischen Angaben erneut fünf Zivilisten getötet worden. Mutmaßliche US-Drohnen hätten am Freitag im Nordwesten Pakistans drei Raketen abgeworfen und damit zwei Häuser im Dorf Goorweck Baipali im Bezirk Nord-Waziristan getroffen, sagte ein ranghoher Sicherheitsbeamter.

Drei Kinder und zwei Kinder seien dabei ums Leben gekommen, gab ein anderer Sicherheitsbeamter an. Über die bei dem Angriff eingesetzten Drohnen verfügt den Angaben zufolge nur die im benachbarten Afghanistan stationierte US-Armee.

Nach pakistanischen Angaben wurden die Stammesgebiete, die dem Terror-Netzwerk Al-Kaida und den radikalislamischen Taliban als Rückzugsraum dienen, immer wieder von den US-Truppen aus Afghanistan beschossen. Zuletzt hatte die Regierung in Islamabad den USA vorgeworfen, internationale Truppen aus Afghanistan hätten am Mittwoch bei einem grenzüberschreitenden Einsatz im Stammesbezirk Süd-Waziristan 15 Menschen, darunter Frauen und Kinder, getötet.

Es war das erste Mal, dass pakistanische Behörden in Afghanistan stationierte internationale Truppen für einen direkten Angriff auf ihrem Gebiet verantwortlich machten. Die USA nahmen zu den Vorwürfen keine Stellung.

Jung: "Hier ist die territoriale Integrität Pakistans zu respektieren"

Deutschlands Verteidigungsminister Franz Josef Jung rief unterdessen die USA zum Stopp der Angriffe auf Extremisten in Pakistan auf. "Hier ist die territoriale Integrität Pakistans zu respektieren", sagte Jung am Freitag bei einem Besuch in der Hauptstadt Islamabad. Er werde sich dafür einsetzen, dass solche Vorstöße in Zukunft ausblieben.

Jung äußerte Verständnis dafür, dass Pakistan einseitige Aktionen auf seinem Gebiet für unrechtmäßig halte. Zugleich hätten die pakistanische Regierung und die Armeeführung deutlich gemacht, dass sie weiterhin einen Beitrag zum Kampf gegen den Terrorismus leisten wollten. Pakistan habe zugesagt, die Grenze zu Afghanistan durch den Aufbau weiterer Kontrollpunkte besser abzusichern.

Pakistans Regierungschef Yousaf Raza Gilani kündigte den Einsatz biometrischer Mittel und von Fingerabdruckkontrollen an. (APA/Reuters)

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