Wien ist Nummer sechs in Westeuropa

5. September 2008, 17:41
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Laut einer Studie ist die Bundeshauptstadt wirtschaftlich attraktiv durch niedrige Steuerbelastung und gute Erreichbarkeit

Wien - Wien ist laut eines erstmals erstellten Indexes des Wirtschaftsinstituts BAK Basel Economics die sechstattraktivste Wirtschaftmetropole Europas. Nummer eins ist Zürich, gefolgt von London und Kopenhagen. Auf dem letzten Platz liegt Rom. Grund seien vor allem restriktive Regulierungen und die große Steuerlast für Arbeitskräfte.

Der BAK Economic Attractiveness Index misst die Lebensqualität der Einwohner und die Standortbedingungen für Unternehmen. So liegt London aufgrund des größten Flughafens Europas auf Platz zwei. Kopenhagen kommt dank liberaler Arbeitsmarktgesetze auf Platz drei. Untersucht wurden 192 westeuropäische Regionen, und davon wurden 22 Metropolen in den Mittelpunkt gerückt.

Dublin ist am leistungsfähigsten

"Die Faktoren, die für das gute Abschneiden Wiens sprechen, sind überdurchschnittlich attraktive Steuern für Unternehmen und Arbeitgeber, ein weltweit gut erreichbarer Flughafen sowie eine überdurchschnittliche Anzahl wissenschaftlicher Publikationen pro Kopf" , begründet BAK-Geschäftsführer Marc Bros de Puechredon im Standard-Gespräch.

Die osteuropäischen Nachbarmetropolen der österreichischen Bundeshauptstadt wurden in der Studie nicht berücksichtigt. Bei einem Vergleich mit ihnen wäre es für Wien sicher "zu anderen Aussagen gekommen", so Puechredon.

Neben der "Attraktivität" wurde auch die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit geprüft. Hier belegt  Dublin den Spitzenplatz, wie dem BAK Performance Index zu entnehmen ist. Schlusslicht dieser Kategorie ist Berlin. Zürich liegt auf dem siebenten, Wien auf dem 14. Platz. Im Regionen-Ranking liegt Wien auf dem elften Platz.

Vorarlberg in Österreich auf Platz 2

Dass Wien so gut abschneidet, hat laut Puechredon aber auch einen methodologischen Grund: Die im Ranking berücksichtigte Region (das Bundesland Wien) sei im Vergleich zu anderen Metropolregionen relativ eng definiert, was zu einer Verzerrung des Resultats führe. Wäre Niederösterreich berücksichtigt worden, hätte Wien wohl schlechter abgeschnitten, weil sich dann die Anzahl der Publikationen auf mehr Einwohner verteilt.

Auf dem zweiten Platz in Österreich liegt Vorarlberg (international: 45. Platz), vor Tirol (46.) und der Steiermark (61.). Die heimische Nummer fünf - Salzburg - liegt international auf dem 70. Rang, gefolgt von Oberösterreich (74.) und Niederösterreich (81.). Schlusslichter sind das Burgenland (84.) und Kärnten (88.). Die laut Studie unattraktivste Region Westeuropas ist das spanische Asturien. (kat, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 7./8.9.2008)

 

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    Insgesamt wurden für die Studie 192 westeuropäische Regionen untersucht und davon 22 Metropolen in den Mittelpunkt gerückt.

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