BlogSatz: Wertekompass verloren?

4. September 2008, 23:50
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Aus eine "Watchblog"-Eintragung von Florian Klenk, stv. Chefredakteur des "Falter", zum Thema Grüne und Tierschützer

Die Grünen setzen gerade ihren Ruf als "Hüter des Rechtstaats" aufs Spiel. Peter Pilz hilft ihnen dabei. (...) Peter und Werner Graf, die Chefs der Textilkette Kleiderbauer, wurden von Pilz vergangene Woche an den Pranger gestellt, weil sie es wagten, nach Erpressungsversuchen die Polizei zu Hilfe zu rufen. Dieses Vorgehen ist ein Strategiewechsel der Grünen beim Kampf um ihre Klientel. Nun richtet sich ihre Kritik nicht mehr nur gegen die angeblich so skandalös ermittelnden Gerichte, sondern gegen Opfer von Radikalen, die den Staat zu Hilfe riefen. Man stelle sich vor, ein FPÖ-Mandatar würde Ähnliches mit einer Ausländerfamilie tun, die sich hilfesuchend an Behörden wendet, weil sie von rechten Schlägern bedroht wird.

Auch Parteichef Van der Bellen riskiert die Glaubwürdigkeit der Partei. Anstatt den Abschluss der Ermittlungen abzuwarten, solidarisiert auch er sich mit Beschuldigten. Den wegen des Vorwurfs der Brandstiftung, Sachbeschädigung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation in U-Haft einsitzenden Tierschützer Martin Balluch setzt VdB auf die Wahlliste. (...) Sympathie für solche Leute verwundert bei einer Partei, die sich in den letzten Jahren wohltuend vom Sektierertum abgewandt hat. Der Umgang in der Causa Tierschützer nagt deshalb auch an der Glaubwürdigkeit der Ökos. Sie verlieren ihren Wertekompass, wenn es einmal gegen ihre eigene Klientel geht. (www.florianklenk.com/DER STANDARD Printausgabe 5.9.2008)

 

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