Bachmayer sah in TV-Duell harte Auseinandersetzung

4. September 2008, 23:03
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"Debatte mit völlig konträren Positionen von Anfang bis Ende"

Wien - Für Meinungsforscher Wolfgang Bachmayer (OGM) hat sich das TV-Duell zwischen Jörg Haider und Alexander van der Bellen vor allem in der Anfangsphase zu einer harten Auseinandersetzung entwickelt, "in der Van der Bellen überraschend scharfe Zähne zeigte". Haider habe mit dem Verweis auf seine Operation vor der Konfrontation den "harten Hund" gegeben.

Die Diskussion über die Rechtmäßigkeit der Tierschutzaktionen nutzte Van der Bellen "geschickt", um an die aktivistischen Wurzeln der mittlerweile recht angepassten Grünen bei der illegalen Besetzung von Hainburg zu erinnern. Die Kontroversen um Rechts- und Menschenrechtsfragen bei Tierschützern, Abschiebung von Asylwerbern und Ortstafeln "machten die unüberbrückbaren Gegensätze zwischen Grünen und BZÖ mehr als deutlich", die übliche Schlussfrage über mögliche Koalitionsmöglichkeiten "wirkte da fast überflüssig, nur Haider schlug da mit einem positiven Statement wieder einen überraschenden Haken".

Bachmayer sah insgesamt "die erste Debatte mit völlig konträren Positionen von Anfang bis Ende". Jeder "adressierte nur das eigene Wählerpotenzial und unentschlossene Sympathisanten, keiner versuchte, im Teich des anderen zu fischen".

Für Grünen-Bundesparteisekretär Lothar Lockl hat Van der Bellen "mit Vehemenz unterstrichen, dass die Grünen das zweifelhafte Verhältnis des BZÖ zum Rechtsstaat nicht akzeptieren". Das BZÖ stünde "für Chaos und Missachtung des Rechtsstaates", so Lockl.

BZÖ-Generalsekretär Martin Strutz wiederum meinte, Haider vertrete die Interessen der Österreicher, während sich Van der Bellen ausschließlich "für die Anliegen von Asylanten, Zuwanderern und der slowenischen Minderheit einsetzt".

SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Doris Bures vermisste sowohl bei Haider und als auch bei Van der Bellen neue Ideen. In der Konfrontation seien ausschließlich altbekannte Standpunkte aufeinander geprallt. Lösungsvorschläge für die aktuellen Herausforderungen seien beide schuldig geblieben. Ähnlich reagierte auch ÖVP-Generalsekretär Hannes Missethon: "Antworten für Österreich sind sowohl Haider als auch Van der Bellen schuldig geblieben." (APA)

 

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