Darabos: Kein Bundesheer-Einsatz in Afghanistan

4. September 2008, 18:54
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Verteidigungsminister: "Absurde Zeitungsente"

Wien - Verteidigungsminister Norbert Darabos hat den Aufmacher der Tageszeitung "Kurier", wonach die NATO Druck auf Österreich ausübe, um die Entsendung von Bundesheersoldaten nach Afghanistan zu erreichen, als "absurde Zeitungsende" dementiert. "So lange ich Verteidigungsminister bin, werden sicher keine Truppen aus Österreich nach Afghanistan entsendet", betonte Darabos Donnerstagabend in einer Presseausendung.

Er habe persönlich in zahlreichen Gesprächen mit Vertretern der USA ein zusätzliches Engagement des Bundesheeres in Afghanistan ausgeschlossen. Österreichs stellt derzeit zwei Stabsoffiziere, die keine Feldverwendung haben. "Einen anderen Einsatz wird es nicht geben. Das habe ich sowohl gegenüber den USA als auch in den verteidigungspolitischen Gremien der Europäischen Union immer klar gestellt", so Darabos.

Frühere, "sehr allgemein gehaltene Ersuchen um mehr Engagement" habe es zwar gegeben, er sei dem aber "klar und deutlich" entgegen getreten. Bundesheer-Einsätze in Afghanistan habe es in den Jahren 2002 und 2005 unter den Vorgänger-Regierungen gegeben, ergänzte Darabos. Verteidigungsminister Herbert Scheibner hatte 75 Soldaten entsandt, Verteidigungsminister Platter 100.

Darabos verwies auf das internationale Engagement des österreichischen Bundesheeres. Insgesamt sind 1.300 Soldatinnen und Soldaten in Friedenseinsätzen und humanitären Missionen mit UNO-Mandat tätig. Die Schwerpunkte liegen am Westbalkan (800 Soldaten) und im Nahen Osten (380 Soldaten).

Generalstabschef Edmund Entacher bestätigt, dass das Thema Afghanistan in seinem morgigen Gespräch mit NATO-Vertretern nicht auf der Tagesordnung steht. Es handle sich um ein reines Routinegespräch, auch eine Anfrage von Seiten der NATO um 150 Soldaten für Afghanistan liege nicht vor.

 

 "Kurier"-Chefredakteur Christoph Kotanko hat in Reaktion auf das Dementi von Darabos "volles Verständnis für die nervöse Reaktion des Verteidigungsministers" auf den entsprechenden Bericht der Zeitung gezeigt. Denn Darabos wisse, "dass der 'Kurier'-Bericht auf gesicherten Informationen aus Brüssel beruht. Dass die NATO bei ihren Partnern Soldaten für den Afghanistan-Einsatz sucht, ist auch im Bundesheer ein offenes Geheimnis", so Kotanko. (APA)

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