Hearings vorbei, Entscheidung "im Frühherbst"

4. September 2008, 15:42
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Acht Bewerber von 22 angehört - "spannende Diskussionen" und "sehr angenehme Stimmung"

Wien - Die Hearings für die neue Intendanz des Tanzquartier Wien sind gestern, Mittwoch, Abend, nach "spannenden Diskussionen" zu Ende gegangen. "Es ist sehr gut gelaufen, jetzt warten wir auch", so Kuratoriumsmitglied und IG-Kultur-Sprecherin Marty Huber heute, Donnerstag, gegenüber der APA. Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny liegt seit gestern Abend ein Dreiervorschlag des Kuratoriums vor, auf dessen Basis er "noch im Frühherbst" entscheiden wird, wie es aus seinem Büro hieß.

"Angenheme Stimmung"

22 Bewerbungen waren nach einmaliger Verlängerung der Frist bis Mitte Juni im Kulturamt eingegangen, nach einer Vorauswahl aufgrund der eingereichten Konzepte wurden nun acht Bewerber angehört. "Es war ein sehr konzentriertes Arbeiten", so Huber, "wir haben rege diskutiert und waren als Kuratorium sehr gut besetzt." Nicht zuletzt aufgrund einer Petition, in der eine international besetzte Findungskommission gefordert wurde, war das Entscheidungsgremium neben den vier ständigen Mitgliedern, die je zur Hälfte von Künstlervertretern und Stadt Wien gestellt werden, um zwei weitere Personen erweitert worden: Die Gründerin der Tanztage Berlin Barbara Friedrich und den Komponisten und Medienkünstler Klaus Obermaier, der den Hearings eine "sehr angenehme Stimmung" bescheinigte.

Vertragsverlängerung

In freudiger Erwartung befindet sich unterdessen Intendantin Sigrid Gareis: "Ich möchte jetzt wirklich, dass die Nachfolge kommt, auch damit sie Zeit hat und vernünftig planen kann." Die Entscheidung für eine neue Intendanz war im Jänner gefallen. Dass Mailath-Pokorny dabei gegen eine Vertragsverlängerung der Gründungsintendantin entschieden hatte, war auf teils große Kritik in der Tanzszene gestoßen, sie selbst kann es mittlerweile kaum erwarten, "wieder ein freierer Mensch zu sein."

Bei der Suche nach einer Nachfolge habe sie sich nur insofern beteiligt, als sie "der Stadt die Landschaft der internationalen Szene erklärt" und selbst einige "gute Leute ermuntert" hatte, sich für dieses "nicht ganz einfache Haus" zu bewerben. "Ich möchte einfach die bestmögliche Lösung und werde mein Bestes tun um den Übergang so gut zu machen wie es geht", so Gareis. "Ich weiß, dass gute Bewerber da sind." Bis dahin freut sie sich "tierisch auf ein wunderbares inhaltliches Jahr. Die Gründungsphase ist um. Wir haben wirklich was vorgelegt." (APA)

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