Elektrobranche schaut optimistisch in die Zukunft

4. September 2008, 14:40
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KonsumentInnen achten beim Kauf immer mehr auf Energieverbrauch

Die österreichische Elektro- und Elektronikbranche blickt optimistisch in die Zukunft: Für das heurige Jahr werde mit Umsatzzuwächsen im einstelligen Bereich gerechnet, erklärte der stellvertretende Geschäftsführer des Fachverbandes der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI), Manfred Müllner, am Donnerstag vor Journalisten. Im ersten Halbjahr wurden Umsätze in den Bereichen Elektrokleingeräte, Haushaltsgeräte, Elektrowerkzeuge, IT, DVB und Unterhaltungselektronik von 1 Mrd. Euro erwirtschaftet.

Energieverbrauch

Wie hoch das Plus in den ersten sechs Monaten war, konnte Müllner aber nicht konkretisieren. Die optimistische Prognose wird auch durch Zahlen der KMU-Forschung Austria belegt. Während der gesamte heimische Einzelhandel im ersten Halbjahr ein reales Umsatzminus von 1,2 Prozent erlitten hat, hat der Radio- und Elektrohandel um real 2,1 Prozent zugelegt. Beim Kauf der Elektrogeräte legen die Konsumenten den Angaben zufolge immer mehr Wert auf den Energieverbrauch. Aber auch die Marke und der Komfort spielten eine große Rolle bei der Kaufentscheidung. So spielen etwa am Elektro-Kleingeräte-Markt die Espresso-Vollautomaten, bei denen die Bequemlichkeit im Vordergrund steht, in der Top-Liga. Auch "Wellness & Care" sowie Haushalt seien in diesem Segment wichtige Umsatzbringer. Insgesamt wurden im ersten Halbjahr rund 1,82 Mio. Elektrokleingeräte verkauft (+ 2,6 Prozent). Die Umsätze stiegen auf 125 Mio. Euro (+ 1,3 Prozent). Im Bereich der Haushaltsgeräte seien energieeffiziente Geräte ebenfalls das Zugpferd.

Waschmaschinen - der Renner

Die größten Zuwächse wurden in diesem Bereich bei den Waschmaschinen erzielt. Hier seien Automatikfunktionen und Kurzprogramme gefragt. Zugelegt hätten auch Geräte, die die Bereiche Gesundheit und Zeitersparnis abdecken. Insgesamt erhöhte sich der Umsatz im Vergleich zum ersten Halbjahr 2007 um 5 Prozent zu und machte 269 Mio. Euro aus. Die Zahl der verkauften Geräte sei im selben Zeitraum um 3,3 Prozent gestiegen. Für heuer rechnet die IT-Branche mit starken Notebook-Absätzen. Insgesamt sollen rund 717.000 tragbare PC verkauft werden (+ 25 Prozent). Der wertmäßige Zuwachs werde aber lediglich bei 3,5 Prozent liegen, sagte der Sprecher des IT-Industrie Forums, Robert Gerstbauer, der sich dabei auf Zahlen von IDC (International Data Corporation) bezog. Im IT-Bereich sei die Verschmelzung mit Unterhaltungselektronik, Blue-ray und High Definition stark im Kommen. Aber auch immer höhere Speicherkapazitäten wären im Trend. Der Unterhaltungselektronik-Bereich verzeichnete im ersten Halbjahr eine Umsatzsteigerung von 12 Prozent auf 378 Mio. Euro.

HD und Sat-Receiver

Der Umsatzbringer seien die hochauflösenden HighDefintion-(HD)-Geräte gewesen. Bereits mehr als 700.000 Haushalte würden über ein entsprechendes Gerät verfügen - Tendenz steigend. Der ORF habe einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, hieß es. Seit der Fußball-EM EURO 2008 kann ORF 1 auch in HD empfangen werden. Die Olympischen Spiele wurden ebenfalls in HD übertragen. Um die neuen TV-Geräte richtig nutzen zu können, müssen die Haushalte auch über entsprechende Empfangsgeräte verfügen. Im Juni 2008, dem EURO-Monat, habe sich der HDTV-Sat-Receiver-Absatz gegenüber dem Vorjahresmonat fast verzehnfacht. Bis 2010 sollen rund 20 deutschsprachige HDTV-Programme empfangen werden können, hieß es. Um auch weniger finanzstarken Kunden den Kauf von energiesparenden Geräten zu ermöglichen, forderte der Sprecher der Hausgeräte-Branche, Franz Schlechta, dass der Kauf von effizienten Geräten vom Staat gefördert wird. Schlechta kann sich eine Unterstützung zwischen 100 und 200 Euro beim Kauf von Klasse A++-Geräten vorstellen. Die Förderung soll allerdings nur für Kühlgeräte gelten. Hierzulande plane die Stadt Wien ein entsprechendes Unterstützungsprogramm, sagte Schlechta.(APA)

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