"Milchpaket" und mehr Geld für Agrardiesel

4. September 2008, 14:37
6 Postings

Minister Josef Pröll hat ein "Milchpaket" für die Bauern als Ausgleich für die voraussichtlich auslaufende Milchquotenregelung angekündigt

Wels - Landwirtschafts- und Umweltminister Josef Pröll (VP) hat ein "Milchpaket" für die Bauern als Ausgleich für die voraussichtlich auslaufende Milchquotenregelung angekündigt. Als Reaktion auf die Verteuerung der Betriebsmittel sollen die heimischen Landwirte mehr Geld für den Agrardiesel bekommen. Anlass war die traditionelle Pressekonferenz des ÖVP-Bauernbundes mit dessen Präsident Fritz Grillitsch und Landwirtschaftskammerpräsident Gerhard Wlodkowski zum "agrarpolitischen Herbstauftakt" am Donnerstag bei der Welser Messe Agraria.

Seine Ankündigungen hätten nichts mit Wahlkampf zu tun, betonte Pröll. Es zeichne sich aber eine "glatte Mehrheit" in der EU dafür ab, die derzeit gültige Milchlieferquote 2014/15 auslaufen zu lassen, erklärte er. Jetzt gehe es darum, flankierende Maßnahmen zum Schutz der österreichischen Milchbauern zu verhandeln. Dem Minister schwebt aus verschiedenen Töpfen ein Volumen von 50 Mio. Euro mit entsprechender Dotierung durch die EU und nationaler Kofinanzierung vor. Ansonsten sei das Aus für tausende Milchbauern zu befürchten. Schwerpunkt sollte eine durchschnittliche Milchkuh-Prämie von jeweils 100 Euro für die 34.000 heimischen Milchbauern sein. Dazu Förderungen etwa für die Transportlogistik und die Vermarktung.

Gültig ab 2009

Das Milchpaket sollte ab 2009 gelten, ebenso wie die Erhöhung der Mittel für die Rückvergütung bei Agrardiesel von derzeit 50 auf künftig 70 Mio. Euro. Das sei leist- und finanzierbar. Pröll wies den Vorwurf erneut zurück, die Biotreibstofferzeugung habe zur Verteuerung der agrarischen Produkte geführt. Ebenso stellte er in Abrede, die Bauern seien Schuld an der Teuerung. Sie seien nicht Verursacher, sondern Betroffene. Die Preise für Diesel seien innerhalb des vergangenen Jahres um 32, für Dünger um 63 und für Futtermittel um 56 Prozent gestiegen, rechnete er vor. Deshalb sei eine Entlastung bei den Betriebsmitteln gerechtfertigt.

Mit der EU sei im Herbst noch der Health-Check für die Landwirtschaft zu verhandeln, wobei sich abzeichne, dass es keine Totalreform geben werde. Die geplante Senkung der Ausgleichszulagen um 13 Prozent sei zu hoch, auch das müsse noch verhandelt werden. Ebenso sollte es weiterhin Interventionsmöglichkeiten geben, damit sie gleich vorhanden seien, wenn sie erforderlich seien. Sonst dauere der rechtliche Vorlauf dafür rund ein Jahr. (APA)

Share if you care.