Techniker legen Arbeit nieder

7. September 2008, 18:50
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Die Tarifverhandlungen sind gescheitert. Aus der Arbeitsniederlegung ergibt sich laut Schätzungen ein täglicher Umsatzverlust von rund 84 Millionen Euro

Seattle - Auch eine Woche nach Beginn des Streiks beim US-Flugzeugbauer Boeing ist kein Ende des Ausstands von knapp 27.000 Mechanikern in Sicht. Bisher seien keine neuen Gespräche zwischen Konzern und Gewerkschaft angesetzt, sagte Boeing-Sprecher Tim Healy am Samstag auf Anfrage. Die größte Boeing-Gewerkschaft hatte den vom Unternehmen zuletzt vorgeschlagenen Dreijahresvertrag mit einer Lohnerhöhung von elf Prozent als zu niedrig abgelehnt. "Wir sind weiter bereit zu reden", betonte der Sprecher.

Der Streik bedroht den ohnehin mehrfach verschobenen Erstflug des neuen Boeing-Hoffnungsträgers 787 "Dreamliner" vor Jahresende. Die Boeing 787 soll ab dem dritten Quartal nächsten Jahres an die Kunden gehen - bereits mit über einem Jahr Verzug. Wie der europäische Rivale Airbus sitzt Boeing auch bei anderen Typen auf übervollen Auftragsbüchern. "Während des Streiks können wir keine neuen Flugzeuge montieren", sagte Healy. Boeing liefere Boeing aber derzeit noch bereits fertige Maschinen aus.

Analysten schätzen Boeings täglichen Umsatzausfall durch den Streik auf rund 100 Mrd. Dollar (70 Mrd. Euro). Auch zahlreiche Zulieferer leiden unter dem Ausstand. Die irische Fluggesellschaft Ryanair hatte erst Mitte der Woche wegen des Streiks die Eröffnung von elf neuen Routen etwa nach Berlin verschoben, weil neue Boeing- Maschinen fehlten. (APA/dpa)

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