Grüne aus drei Ländern für "Alpenstransitbörse"

4. September 2008, 12:47
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Grüne haben sich in einer gemeinsamen Resolution für eine "Alpentransitbörse" zur Regelung des Güterverkehrs über den Brenner ausgesprochen

Rosenheim  - Grüne aus Bayern, Tirol und Südtirol haben sich in einer gemeinsamen Resolution für eine "Alpentransitbörse" zur Regelung des Güterverkehrs über den Brenner ausgesprochen. Eine solche Börse nach Schweizer Vorbild hätte wahrscheinlich auch vor der EU-Kommission Bestand, sagte die umweltpolitische Sprecherin der Grünen im Tiroler Landtag, Maria Scheiber, am Donnerstag in Rosenheim.

Nach den Vorstellungen der Grünen soll die Zahl der Straßen-Gütertransporte über den Brenner auf jährlich eine Million Fahrten begrenzt werden. Für diese Fahrten soll es Durchfahrtlizenzen geben, die an einer Börse gehandelt werden. Im vergangenen Jahr seien auf der Brenner-Route mehr als zwei Millionen Lkw-Fahrten registriert worden, sagte die Vorsitzende der Grünen im bayerischen Landtag, Margarete Bause.

Nach Ansicht der Grünen kann die Zahl der Gütertransporte über den Brenner problemlos reduziert werden. Nicht verderbliche Güter könnten auf Schiff und Bahn verlagert werden, außerdem gebe es zahlreiche Transporte, die nur stattfänden, weil Fahrten über die Straße zu billig seien. Das seit Jahrzehnten verfolgte Projekt des Brenner-Basistunnels bezeichnete Scheiber als "politischen Fluchtstollen". Selbst wenn die Finanzierung einmal geklärt werden könne, sei er frühestens 2030 fertig. So lange könne man aber nicht warten. "Die Gesundheit der Menschen hat Vorrang vor dem freien Warenverkehr", betonte die Grünen-Politikerin. (APA)

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