Amerikaner verschmähen US-Autos

4. September 2008, 11:38
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Beim führenden US-Hersteller GM sackte der Absatz um 20 Prozent ab, Chrysler verkaufte im August ein Drittel weniger Pkws als im Vorjahr

Frankfurt - Die meisten Autohersteller haben im August im weltgrößten Automarkt USA erneut zum Teil massive Absatzeinbrüche erlitten. Am schlimmsten traf es den US-Autobauer Chrysler, der gut ein Drittel weniger Fahrzeuge als vor einem Jahr verkaufen konnte. Sogar der Musterknabe unter den Autobauern, Toyota, verkaufte weniger Autos als vor einem Jahr. Ausnahmen waren BMW und der wiedererstarkende Volkswagen-Konzern, die mit dem "Mini" und dem Jetta vom Trend zu kleineren Autos profitieren konnten.

Bei General Motors (GM), dem größten amerikanischen Hersteller, fiel der Absatz aller Konzernmarken um 20,4 Prozent auf 308.817 Fahrzeuge. GM hatte bereits auf die stark schrumpfende Nachfrage reagiert und im August die Produktion stark heruntergeschraubt - um 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Bei Ford brach der US-Absatz sogar um mehr als ein Viertel (26,6 Prozent) auf 155.690 Fahrzeuge ein. Für das zweite Halbjahr rechnet der Konzern im Heimatmarkt mit einer Verschlechterung und will deswegen die Produktion stärker drosseln als bisher angekündigt. Zwischen Juni und Ende Dezember sollen nur noch 890.000 Fahrzeuge gebaut werden, 50.000 weniger als bisher geplant. Ford hatte in diesem Jahr bereits mehrmals das Produktionsziel gekappt und Mitte Mai angekündigt, dass die Krise in den USA länger anhalten werde als gedacht und daher auch im kommenden Jahr nicht mit schwarzen Zahlen zu rechnen sei.

Chrysler, der dritte im Bunde der großen drei US-Konzerne, verkaufte 110.235 Fahrzeuge nach 168.203 ein Jahr zuvor - ein Minus von 34,5 Prozent.

Die meisten ausländischen Autohersteller verzeichneten ebenfalls Rückgänge. Daimler, die ehemalige Konzernmutter von Chrysler, verkaufte von der Hausmarke Mercedes-Benz 18.507 Fahrzeuge nach 20.980 Autos vor einem Jahr. Der Kleinwagen smart, der erst seit Jänner in den USA angeboten wird, wurde im August 2.420 Mal verkauft.

Porsche bleibt am Parkplatz

Porsche erlebte in den USA und Kanada sogar einen Einbruch von 45 Prozent auf 1.516 Wagen und begründete dies mit dem anstehenden Modellwechsel. Bei Sportwagen der 911er-Reihe schrumpfte der Absatz um 58 Prozent auf 366 Stück. Porsche bietet von September an neue 911er-Modelle in den USA und Kanada an. Der Absatz des Geländewagens Cayenne sank um neun Prozent auf 832 Fahrzeuge. Aus der Boxster-Baureihe verkaufte Porsche im August in Nordamerika 318 Fahrzeuge - ein Minus von 66 Prozent.

Der japanische Autobauer Toyota konnte den Absatzrückgang mit 211.533 Fahrzeugen auf 9,4 Prozent begrenzen. Den größten Absatzanteil bei den Pkws der Marke Toyota machten der Camry und der Camry Hybrid aus. Besonders gut verkaufte sich der Toyota Yaris, dessen Absatz um 20,5 Prozent stieg. Auch Hybrid-Fahrzeuge waren gefragt. Insgesamt verkaufte die Sparte Toyota im August 18.146 Autos mit der Kombination aus Verbrennungs- und Elektromotor, Lexus kam auf 1.383 mit Hybrid-Antrieb ausgestattete Wagen.

Ausnahme: BMW

Guter Nachfrage erfreute sich BMW mit dank des Mini und des Sport-Geländewagens. Der Konzern verkaufte im August 30.931 Fahrzeuge, ein Prozent mehr als im Vorjahr. Der Absatz der Kernmarke BMW sank um 4,1 Prozent auf 25.462 Fahrzeuge. Die Zahl der verkauften Sport-Geländewagen (Sport Activity Vehicles) stieg aber dabei um 1,3 Prozent auf 5.809 Stück. Klarer Wachstumstreiber war aber der Mini mit einem Plus von 34,1 Prozent auf 5.469 Autos.

Volkswagen konnte den Absatz mit 22.292 Autos um 2,9 Prozent steigern. Dabei verzeichnete der Jetta - das wichtigste VW-Modell in den USA - mit 11.217 Stück (Vorjahr: 8.714) den besten Monat seit Mai 2006. Der Absatz des Geländewagens Touareg brach dagegen um ein Viertel auf 527 Fahrzeuge ein.

Die VW-Tochter Audi schaffte im August trotz der Krise am Automarkt konzernweit ein leichtes Absatzplus. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sei die Zahl der verkauften Autos weltweit um zwei Prozent auf 67.700 Fahrzeuge gestiegen, wie das Unternehmen am Donnerstag in Ingolstadt mitteilte. Während sich der Absatz in Europa zumindest ordentlich entwickelte, brachen die Audi-Verkäufe in den USA um fast 16 Prozent auf gut 6.400 Autos ein. (APA/dpa)

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    General Motors hatte bereits auf die stark schrumpfende Nachfrage reagiert und im August die Produktion stark heruntergeschraubt - um 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

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