Shoppingcenter-Boom versiegt 2009

4. September 2008, 11:14
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Während in den vergangenen Jahren die Anzahl der Einkaufs­zentren stetig stieg, gibt es bereits heuer deutlich weniger Projekte

Wien- Der Boom an Einkaufszentren in Zentral- und Osteuropa (CEE) könnte sich bald dem Ende zuneigen. In den vergangenen zwei bis drei Jahren ist die Anzahl der Shopping-Center-Projekte in CEE-Ländern stets gestiegen. Dieser Trend werde aber 2009 seinen Höhepunkt erreichen, ergab eine Untersuchung des Standortberaters RegioPlan. Bis dahin sollen insgesamt 377 Kauftempel gebaut werden. Danach wird die Zahl der Projekte in den CEE-Staaten laut Studie wieder sinken.

RegioPlan hat die Shopping-Center, Retail Parks und Hypermärkte in 17 Ländern erhoben und kam zu dem Schluss, dass aktuell "deutlich weniger" neue Projekte als noch vor einem Jahr registriert sind. Zusätzlich seien noch 132 Retail Parks und 57 Hypermärkte in der Pipeline. Insgesamt seien damit mehr als 18,5 Millionen Quadratmeter an zusätzlicher Verkaufsfläche geplant, davon 15,7 Millionen in Shopping-Centern - ohne Russland.

Modernisierungen

Mittelfristig werde der Fokus weniger auf neuen Projekten, sondern auf Optimierungen und Modernisierungen bestehender, älterer Center liegen, wie es momentan in Tschechien und Ungarn der Fall sei.

Russland alleine verfüge derzeit über 459 Einkaufszentren mit einer Verkaufsfläche von knapp elf Millionen Quadratmetern - nur eine Million weniger als alle anderen osteuropäischen Länder zusammen. Geplant seien dort weitere 289 Shopping-Center. Werden alle Projekte umgesetzt, wird Russland über rund 23 Millionen Quadratmeter Einkaufsfläche verfügen. Das ist etwa 13-mal so viel wie Österreich.

Auch bei Büroimmobilien sei ein Rückgang der Projekte erkennbar. Dies lasse sich teils darauf zurückführen, dass die Investoren "sehr viel vorsichtiger" geworden seien, so RegioPlan in einer Aussendung am Donnerstag. Aber auch die Tatsache, dass langsam eine gewisse Sättigung eintrete, spiele eine Rolle.

Ukraine und Russland an der Spitze

Die Liebkinder der Entwickler seien derzeit die Ukraine und Russland, weil es dort noch viel nachzuholen gebe und die Märkte riesig seien. Doch auch Kroatien werde noch heftig umworben. Auf diesem relativ kleinen Markt wird sich die Einkaufszentren-Fläche laut RegioPlan von zur Zeit 640.000 Quadratmetern bis Ende 2009 verdoppeln. Im Mittepunkt stehen auch hier zunehmend Fachmarktzentren bzw. Retail Parks - geplant sind 170.000 Quadratmeter. Ein weiterer Schwerpunkt liege auf Factory-Outlet-Zentren. So wird das Roses Fashion Outlet am 19. September in der Nähe von Zagreb eröffnet.

Auch der Hotel- und Wohnbau gewinne stark an Dynamik. Im Bereich des unteren und mittleren Preissegments sei das Potenzial noch sehr groß, da nach wie vor viele Menschen in den CEE-Ländern in zu kleinen oder veralteten Wohnungen leben und sich bisher die Unterkünfte der oberen Preisklasse nicht leisten konnten. Diese Zielgruppe werde in den nächsten Jahren verstärkt bedient, hieß es. Im Hotel- und Wohnbau seien derzeit noch zweistellige Renditen möglich, bei Handelsimmobilien seien sie dagegen in vielen Ländern bereits auf westeuropäischem Niveau angelangt. (APA)

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