Kranzl steht doch wieder zur Verfügung

4. September 2008, 10:46
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Staatssekretärin erklärte ursprünglich am 22. Juli, alle politischen Funktionen zurückzulegen - 1.600 Personen trugen sich in einer Online-Petition für ihr Comeback ein

St. Pölten - Staatssekretärin Christa Kranzl würde nach der Nationalratswahl für eine neue Bundesregierung doch wieder zur Verfügung stehen. Dies berichtete der ORF NÖ am Donnerstag. Kranzl hatte ursprünglich am 22. Juli erklärt, alle politischen Funktionen zurückzulegen, nachdem sie in ihrem Regionalwahlkreis Mostviertel bei einer Abstimmung um den ersten Listenplatz verloren hatte.

Ministeramt als Wunschposition

Im Internet hätten sich laut Kranzl 1.600 Personen auf eine Liste eingetragen, die ihren Verbleib in der Politik wollen (derStandard.at berichtete). "Es ist eine breite Unterstützung der Bevölkerung, der Wähler, und natürlich gibt es manchmal unterschiedliches Denken in Funktionärskreisen", wurde Kranzl im ORF NÖ zitiert. Viele der 1.600 Privatpersonen hätten ihr gesagt, sie würden die SPÖ nicht wählen, wenn Kranzl nicht mehr zur Verfügung stünde, daher auch ihr Umdenken, so der ORF NÖ.

Kranzl könne sich ein Ministeramt in einer Regierung von SPÖ-Chef Werner Faymann vorstellen: "Das ist Entscheidung des Bundesparteivorsitzenden. Wenn diese Frage gestellt werden würde, dann könnte ich mir das durchaus vorstellen", sagte Kranzl. Angesprochen darauf, ob ihr vorschneller Rückzug im Juli ein Fehler gewesen sei, sagte Kranzl: "Jeder Mensch hat bessere und schlechtere Tage. Wenn ich einen guten Tag gehabt hätte, dann wäre die Entscheidung vielleicht anders abgelaufen". Im Wahlkampf wolle sich Kranzl nun "aktiv einbringen", mit SPNÖ-Chef, LHStv. Sepp Leitner, stehe sie laufend in Kontakt.

Kranzl hatte nach der verlorenen Abstimmung in ihrem Wahlkreis fehlende Geschlossenheit der SPNÖ kritisiert. Diese sei nicht gegeben gewesen, erklärte die Staatssekretärin nach der Wahlkreiskonferenz in Amstetten. Dabei war sie im Regionalwahlkreis Mostviertel hinter Abg. Ulrike Königsberger-Ludwig auf Platz zwei gereiht worden. In der Folge teilte Kranzl den Verzicht auf eine Nationalrats-Kandiatur mit, wenig später erklärte sie, alle politischen Funktionen zurücklegen. Die Funktion als Staatssekretärin wird Kranzl noch bis zur Angelobung einer neuen Bundesregierung ausüben, hieß es damals. (APA)

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    Kranzls angestrebte Position: Ministerin in der Faymann-Regierung.

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